In Norwegen wurden zwischen Januar 2025 und Januar 2026 sechs bestätigte Fälle von Listeriose registriert. Betroffen waren vier Frauen und zwei Männer im Alter von 60 bis 90 Jahren; alle Erkrankten mussten stationär behandelt werden. Vier Fälle traten in Vestland sowie jeweils ein Fall in Østfold und Akershus auf.
Durch genetische Analysen wurde bei allen Patienten derselbe Stamm von Listeria monocytogenes nachgewiesen, was auf eine gemeinsame Infektionsquelle hinweist. Der Erreger wurde in einer ungeöffneten Packung gerollter Wurst sowie in einer geöffneten Packung Sülze (Fleischterrine) gefunden, die aus Haushalten zweier Patienten stammten. Beide Produkte stehen im Zusammenhang mit einem Hersteller traditioneller Fleischwaren. Mehrere Fleisch- und Fischprodukte dieses Herstellers wurden vorsorglich zurückgerufen, und Produktionsstätten werden derzeit untersucht.
Erreger/Agens: Listeria monocytogenes.
Übertragung: Aufnahme kontaminierter Lebensmittel, insbesondere verzehrfertiger Fleisch-, Fisch- oder Rohmilchprodukte.
Inkubationszeit: Variabel, bis zu etwa 70 Tage.
Symptome: Fieber, grippeähnliche Beschwerden, gastrointestinale Symptome; bei schweren Verläufen Sepsis, Meningitis oder Schwangerschaftskomplikationen.
Risikogruppen: Ältere Menschen, Schwangere, Neugeborene sowie immungeschwächte Personen.
Bewertung der Situation
Die identischen genetischen Profile bestätigen einen lebensmittelbedingten Ausbruch mit wahrscheinlich systemischer Kontamination innerhalb der Produktionsumgebung. Der lange Ausbruchszeitraum deutet auf eine möglicherweise anhaltende oder intermittierende Kontamination hin, begünstigt durch die Fähigkeit von Listeria, sich auch bei Kühlschranktemperaturen zu vermehren und in langlebigen Lebensmitteln zu überdauern.
Die ausschließlich schweren Verläufe bei älteren Personen entsprechen dem bekannten Risikoprofil der Erkrankung. Aufgrund der langen Inkubationszeit können weitere Fälle auftreten, wenn kontaminierte Produkte bereits konsumiert wurden. Insgesamt besteht aktuell ein moderates, vor allem für Risikogruppen relevantes Gesundheitsrisiko.
Empfehlungen
Reisende und Bevölkerung: Rückrufhinweise beachten, betroffene Produkte nicht verzehren, Kühlketten einhalten und insbesondere Risikogruppen sollten auf den Verzehr von verzehrfertigen Fleisch- und Rohmilchprodukten verzichten oder diese vor dem Verzehr ausreichend erhitzen.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende, insbesondere aus Risikogruppen oder mit längerem Aufenthalt, über lebensmittelhygienische Risiken informieren und Hinweise zu aktuellen Produktrückrufen und sicheren Ernährungsmaßnahmen bereitstellen.
Quelle der Meldung
Norwegian Institute of Public Health (FHI) / Norwegian Veterinary Institute / Bergensavisen
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