In der ländlichen Region Popokabaka (Kwango-Provinz, Demokratische Republik Kongo) wurden bis zum 16. Januar 2026 über 350 Typhusfälle gemeldet, darunter 44 schwere Verläufe und 11 Todesfälle. Mindestens 12 von 30 Gesundheitszonen sind betroffen. Die Region leidet unter unzureichender Trinkwasserversorgung, mangelhafter Sanitärinfrastruktur und eingeschränkter medizinischer Versorgung. Bereits 2021 kam es dort zu einem mehrmonatigen Typhusausbruch.
Erreger: Salmonella enterica Serovar Typhi (Bakterium).
Übertragung: Fäkal-oral über kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel; indirekt auch durch infizierte Personen (inkl. asymptomatischer Ausscheider).
Symptome: Anhaltend hohes Fieber, starke Schwäche, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall oder Verstopfung.
Komplikationen: Darmblutungen, Darmperforation, Sepsis; erhöhtes Sterberisiko ohne Behandlung.
Therapie: Antibiotikatherapie und supportive Behandlung; Wirksamkeit potenziell eingeschränkt durch dokumentierte Antibiotikaresistenzen in der DR Kongo.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung besteht ein hohes Gesundheitsrisiko. Reisende sind bei unzureichender Hygiene gefährdet. Auswirkungen auf Deutschland sind derzeit gering. Unternehmen mit Entsendungen tragen ein relevantes Gesundheits- und Ausfallrisiko.
Empfehlungen
Reisende: Typhusimpfung, ausschließlich abgekochtes oder abgefülltes Wasser trinken, strikte Lebensmittel- und Händehygiene.
Unternehmen: Impfstatus prüfen, Reisen kritisch bewerten, medizinische Notfall- und Evakuationspläne vorhalten.
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