In den USA wurden mehrere Tollwutexpositionen von Menschen nach bestätigten Tollwutfällen bei Wildtieren gemeldet. In Mahwah, New Jersey, griff ein tollwutinfizierter Biber mehrere Personen an, darunter ein achtjähriges Kind an einem öffentlichen See. Zusätzlich wurde in Tornillo, Texas, eine rabiespositive Fledermaus nachgewiesen. Alle exponierten Personen erhielten eine Postexpositionsprophylaxe (PEP).
Erreger: Rabiesvirus (Lyssavirus)
Übertragung: Bisse oder Kontakt mit infektiösem Speichel infizierter Tiere
Inkubationszeit: Wochen bis Monate, gelegentlich bis zu einem Jahr oder selten länger
Symptome: Fieber, neurologische Symptome, Verhaltensänderungen, Schluckstörungen, Hydrophobie
Komplikationen: 100% tödlicher Verlauf nach Symptombeginn
Therapie: Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach Exposition; keine kurative Therapie nach Symptombeginn
Bewertung der Situation
Die Ereignisse verdeutlichen die weiterhin endemische Zirkulation von Tollwut bei Wildtieren in den USA. Besonders ungewöhnlich ist der aggressive Angriff eines infizierten Bibers in einem öffentlichen Freizeitbereich. Fledermäuse bleiben die wichtigste Quelle humaner Tollwutfälle in Nordamerika. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung bleibt insgesamt gering, jedoch besteht bei Tierbissen oder Kontakt mit Wildtieren ein relevantes Expositionsrisiko. Die frühzeitige medizinische Versorgung exponierter Personen ist entscheidend, da Tollwut nach Symptombeginn immer tödlich verläuft.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt mit Wildtieren vermeiden, insbesondere bei auffälligem Verhalten; Tierbisse oder Kratzer sofort medizinisch abklären lassen. Reisemedizinische Beratung frühzeitig in Anspruch nehmen, Tollwutimpfung erwägen.
Unternehmen: Mitarbeitende zu Risiken durch Wildtierkontakte sensibilisieren und klare Melde- und Notfallprozesse bei Tierbissereignissen etablieren. Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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