Im Senegal wurden bislang 368 bestätigte Diphtheriefälle und 14 Todesfälle gemeldet. Betroffen sind 60 Gesundheitsdistrikte in 13 Regionen. Seit der letzten Meldung kamen zwei weitere Todesfälle hinzu. Die meisten Fälle wurden in Dakar (53), Kaolack (48), Diourbel (44), Louga (42) und Kédougou (35) registriert. In Touba wurden 34 Fälle und in Darou-Mousty 24 Fälle gemeldet.
Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, die meist durch toxinbildende Bakterien der Art Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Tröpfchen und engen Kontakt mit Infizierten, seltener über kontaminierte Gegenstände oder Hautläsionen.
Typische Symptome sind Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden und grau-weiße Beläge im Rachen, die die Atemwege verlegen können. Das bakterielle Toxin kann schwere Komplikationen wie Herzmuskelentzündung, Herzrhythmusstörungen und neurologische Schäden verursachen. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Die Behandlung umfasst bei klinischem Verdacht eine rasche Gabe von Diphtherie-Antitoxin sowie Antibiotika, beispielsweise Penicillin oder Erythromycin. Zusätzlich sind eine intensivmedizinische Überwachung bei schweren Verläufen und die Isolierung der Erkrankten erforderlich.
Die berechnete kumulative Fallsterblichkeit beträgt derzeit 3,8 %. Gegenüber der vorherigen Meldung ist sie gesunken; daraus lässt sich aufgrund möglicher Meldeverzögerungen und unterschiedlicher Falldetektion jedoch noch keine Verbesserung der Behandlungsergebnisse ableiten.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung: Der Ausbruch betrifft zahlreiche Regionen. Unzureichende Impfquoten und verspätete Diagnosen können die weitere Ausbreitung begünstigen. Eine zuverlässige Einschätzung der aktuellen Übertragungsdynamik ist anhand der kumulierten Fallzahlen allein nicht möglich.
Reisende: Für Reisende besteht insbesondere bei engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung und bei unvollständigem Impfschutz ein vermeidbares Infektionsrisiko. Das Risiko für touristische Kurzaufenthalte dürfte bei vollständigem Impfschutz und konsequenter Hygiene geringer sein, ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Deutschland: Ein relevantes Risiko für die Allgemeinbevölkerung ist nicht erkennbar. Einzelne importierte Fälle sind bei Reiseverkehr grundsätzlich möglich.
Unternehmen: Unternehmen mit Beschäftigten auf Dienstreisen oder längerfristigen Einsätzen im Senegal sollten den Impfschutz und die medizinische Versorgung vor Ort überprüfen.
Empfehlungen
Für Reisende:
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Diphtherie-Impfstatus vor Reiseantritt prüfen und fehlende Impfungen beziehungsweise Auffrischungen gemäß STIKO-Empfehlungen nachholen.
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Engen Kontakt zu Personen mit Atemwegssymptomen vermeiden und auf konsequente Händehygiene achten.
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Bei Halsschmerzen, Fieber oder Schluckbeschwerden zeitnah medizinische Hilfe suchen und auf den Aufenthalt im Senegal hinweisen.
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Keine Selbstmedikation bei Verdacht auf Diphtherie.
Für Unternehmen:
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Arbeitsmedizinische Vorsorge vor Entsendung sicherstellen
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Vor Reisebeginn über Symptome, Übertragungswege und notwendige Verhaltensmaßnahmen informieren.
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Medizinische Anlaufstellen und Verfahren für Verdachtsfälle festlegen.
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Bei längeren Einsätzen eine kontinuierliche Bewertung der lokalen Infektionslage vornehmen.
Quelle der Meldung
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