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Im Gouvernement Dhi Qar wurden bis zum 12.04.2026 insgesamt 9 laborbestätigte Fälle von Krim-Kongo-Hämorrhagischem Fieber (CCHF) gemeldet, darunter 2 Todesfälle. Die Fälle zeigen eine lokale Häufung in einem Umfeld mit unkontrollierter Tierhaltung im urban-periurbanen Raum. In den letzten Wochen wurde zudem eine Zunahme der CCHF-Aktivität in der Region berichtet, nachdem bereits 2025 landesweit 247 Fälle registriert worden waren, davon 96 im Gouvernement Dhi Qar.

Die Ausbreitung wird mit der Präsenz von Nutztieren im Stadtgebiet sowie unzureichender Durchsetzung bestehender Tierhaltungs- und Schlachtvorschriften in Verbindung gebracht. Soziale und kulturelle Praktiken, insbesondere traditionelle Tierhaltung und fehlende zentrale Schlachtinfrastruktur, erschweren die Umsetzung von Kontrollmaßnahmen zusätzlich.

Erreger: Crimean-Congo-Hämorrhagie-Virus (CCHF-Virus, Nairovirus)

Übertragung: Zecken (v. a. Hyalomma spp.), Kontakt mit Blut oder Gewebe infizierter Nutztiere (z.B. auch im Rahmen von Schlachtungen), nosokomiale Übertragung

Inkubationszeit: 1–3 Tage (Zeckenstich), 5–6 Tage (Blut-/Gewebekontakt)

Symptome: plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Myalgien, später hämorrhagische Symptome (Petechien, Blutungen, Meläna)

Komplikationen: disseminierte intravasale Gerinnung, Multiorganversagen, hohe Letalität

Therapie: ausschließlich supportiv; ggf. Ribavirin früh im Verlauf, strenge Infektionskontrolle erforderlich

Bewertung der Situation

Die Fallhäufung bei gleichzeitig hoher Letalität (2 von 9 Fällen) ist mit dem bekannten Schweregrad von CCHF vereinbar und weist auf eine potenziell fokale Exposition im Zusammenhang mit Tierkontakt oder Schlachtung hin. Die Situation deutet auf anhaltende zoonotische Übertragungen an der Schnittstelle zwischen Tierhaltung und urbanem Raum hin.

Strukturelle Faktoren wie unkontrollierte Tierbewegungen in Städten und begrenzte Umsetzung von Tiergesundheitsvorschriften erhöhen das Risiko weiterer Infektionen. Die enge Verbindung zwischen menschlichen Fällen und tierischen Expositionen spricht für eine fortgesetzte Infektionsdynamik im lokalen Tierbestand.

Für das Gesundheitssystem ergibt sich insbesondere ein Risiko durch mögliche nosokomiale Übertragungen, da CCHF im klinischen Umfeld hoch infektiös ist und konsequente Schutzmaßnahmen erfordert.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung vor der Reise. Kontakt mit Nutztieren, insbesondere in ländlichen und periurbanen Gebieten, vermeiden. Kein direkter Kontakt zu Schlachtprozessen oder Tierblut. Zeckenschutzmaßnahmen (lange Kleidung, Repellents, regelmäßige Körperkontrolle) in Risikogebieten beachten. Bei Fieber nach Tierkontakt oder Aufenthalt in Endemiegebieten umgehend medizinische Abklärung.

Unternehmen: Strikte Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen bei Tierkontakt (PSA, Handschuhe, Schutzkleidung). Arbeitsmedizinische Vorsorge für entsandtes Personal sicherstellen. Schulung von Personal in Schlachtbetrieben und Tierhaltung zu zoonotischen Risiken. Kontrolle und Regulierung von Tiertransporten und urbaner Tierhaltung. Sicherstellung von Infektionsschutzprotokollen in medizinischen Einrichtungen zur Vermeidung nosokomialer Übertragung.

Quelle der Meldung

RKI / WHO / Kalima IQ / Shafaq News

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