In Israel breitet sich ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (FMD) vom Serotyp SAT1 weiter aus. Seit dem ersten Auftreten im Januar 2026 wurden inzwischen über 100 Ausbruchsherde an rund 80 Standorten im Land bestätigt. Betroffen sind vor allem Rinder, Schafe und andere Wiederkäuer, einschließlich Wildtiere. Der Ausbruch zeigt weiterhin eine breite geografische Streuung, insbesondere im Norden Israels und auf den Golanhöhen.
Die Erkrankung verläuft mit typischen klinischen Zeichen wie starker Speichelfluss, Lahmheit, Bläschenbildung im Maul- und Klauenbereich sowie deutlichem Rückgang der Milchleistung. Trotz der weiten Verbreitung sind bislang nur wenige Tierverluste gemeldet worden.
Erreger: Foot-and-Mouth Disease Virus (FMDV), Serotyp SAT1
Übertragung: Direkter Kontakt zwischen Tieren; indirekte mechanische Übertragung über Menschen, Fahrzeuge, Kleidung und Geräte; mögliche windgetragene Verbreitung über größere Distanzen
Inkubationszeit: Meist 2–14 Tage
Symptome: Starker Speichelfluss, Fieber, schmerzhafte Blasen im Maul, an Euter und Klauen, Lahmheit, Rückgang der Milchproduktion
Komplikationen: Sekundärinfektionen (z. B. Mastitis), Leistungseinbußen, selten schwere Verläufe mit Tierverlusten
Therapie: Keine spezifische Behandlung; Bekämpfung erfolgt über Impfung, Seuchenbekämpfung und Bewegungskontrollen
Bewertung der Situation
Der erstmalige Nachweis des SAT1-Serotyps in Israel stellt eine bedeutende Veränderung der epidemiologischen Situation dar, da dieser Erregerstamm zuvor im Land nicht zirkulierte. Die große Anzahl betroffener Standorte zeigt eine rasche, flächenhafte Ausbreitung bei gleichzeitig niedriger Mortalität, jedoch erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch Produktionsverluste.
Die fehlende Grundimmunität in der Tierpopulation begünstigt die schnelle Verbreitung. Besonders kritisch ist die mechanische Verschleppung über Menschen und Geräte zwischen Betrieben, die eine Kontrolle trotz Bewegungsbeschränkungen erschwert. Zusätzlich bleibt eine mögliche grenzüberschreitende Reinfektion aus Nachbarregionen ein fortlaufender Risikofaktor.
Die laufende Impfkampagne mit über zwei Millionen Dosen stellt die zentrale Eindämmungsmaßnahme dar. Der Erfolg hängt maßgeblich von der schnellen und flächendeckenden Umsetzung sowie der Einhaltung strikter Biosicherheitsmaßnahmen ab.
Für den Menschen besteht kein direktes Infektionsrisiko, jedoch kann er als mechanischer Überträger fungieren.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu betroffenen Nutztierbeständen vermeiden und Hygienevorgaben beachten. Ausfuhr aus Israel bzw. Einfuhr in die EU von tierischen Produkten verstößt gegen Seuchenschutzvorschriften!
Unternehmen (Landwirtschaft / Tierhaltung): Strikte Biosicherheit (Desinfektion, Zugangskontrollen, Fahrzeughygiene), konsequente Bewegungsbeschränkungen, sowie vollständige Umsetzung der Impfprogramme.
Quelle der Meldung
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