In der Region Jebel Marra im Bundesstaat Süd-Darfur (Sudan) wurden bis zum 21.05.2026 insgesamt 347 Verdachtsfälle von Mpox gemeldet. Die Fälle verteilen sich auf mindestens elf Gebiete. Hilfsorganisationen wie Médecins Sans Frontières (MSF) berichteten zuvor über 80 Verdachtsfälle allein im Gebiet East Jebel Marra. Die tatsächliche Fallzahl dürfte aufgrund eingeschränkter Diagnostik und zusammengebrochener Überwachungssysteme deutlich höher liegen.
Betroffen ist eine Region mit rund 700.000 Binnenvertriebenen, die unter schwierigen humanitären Bedingungen leben. Überfüllte Lager, eingeschränkter Zugang zu Wasser und medizinischer Versorgung sowie häufige Bevölkerungsbewegungen begünstigen die weitere Ausbreitung.
Erreger: Mpox-Virus (Orthopoxvirus).
Übertragung: Vor allem durch engen Hautkontakt, Kontakt mit Körperflüssigkeiten, kontaminierten Materialien oder infektiösen Hautveränderungen.
Inkubationszeit: Meist 5–21 Tage.
Symptome: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie charakteristischer Hautausschlag mit Bläschen und Pusteln.
Komplikationen: Sekundärinfektionen, Lungenentzündungen, Sepsis oder neurologische Komplikationen; erhöhtes Risiko bei mangelnder medizinischer Versorgung.
Therapie: Keine spezifische Standardtherapie verfügbar; Behandlung erfolgt unterstützend (Wundversorgung, Flüssigkeit, Schmerztherapie, Behandlung bakterieller Infektionen).
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung besteht ein hohes Risiko weiterer Ausbreitung, insbesondere in den überfüllten Binnenvertriebenenlagern mit eingeschränkter Hygiene und medizinischer Versorgung. Der Zusammenbruch öffentlicher Gesundheitsstrukturen erschwert Diagnostik, Isolation und Nachverfolgung erheblich.
Für Reisende und internationale Mitarbeitende vor Ort besteht ein erhöhtes Expositionsrisiko bei engem Kontakt zu Erkrankten oder bei Tätigkeiten im Gesundheits- und Hilfssektor. Für Deutschland besteht aktuell kein direktes Risiko einer breiten Ausbreitung; importierte Einzelfälle bleiben jedoch grundsätzlich möglich.
Unternehmen und Organisationen mit Personal in Sudan können durch Erkrankungen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und die fragile Sicherheitslage operational betroffen sein.
Empfehlungen
Reisende: Enge körperliche Kontakte vermeiden, auf konsequente Handhygiene achten und Kontakt zu Personen mit Hautausschlägen vermeiden. Schutzmaßnahmen in Gesundheits- und Hilfseinrichtungen verstärken. Impfung erwägen.
Unternehmen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende zu Symptomen und Übertragungswegen informieren, Hygienemaßnahmen sicherstellen und medizinische Evakuierungs- bzw. Notfallpläne überprüfen.
Quelle der Meldung
Ähnliche Meldungen
Syphilis, Japan
Japan verzeichnet weiterhin eine hohe Zahl an Syphilisfällen. Bis zur epidemiologischen Woche 35 wurden 7.700 Fälle gemeldet, davon 164 allein in einer Woche. Besonders häufig wurden frühe…
Frühe Grippewelle, Südkorea
Südkorea hat am 11.09.2026 aufgrund stark steigender Influenza-Aktivität früher als üblich eine saisonale Grippewarnung ausgesprochen. In der Woche vom 30.08.–05.09.2026 lag die Rate…
Dengue-Ausbruch, Marshallinseln
Im Majuro-Atoll der Marshallinseln wurde am 20. August 2026 ein Dengue-Ausbruch ausgerufen. Bis dahin waren acht Fälle bestätigt, nachdem 23 Personen getestet worden waren. Dengue wird durch…
Akute Darminfektionen, Kabul
In Dasht-e-Barchi im Westen Kabuls sind seit etwa 22. August 2026 Hunderte Menschen, überwiegend Kinder und ältere Erwachsene, an einer akuten Magen-Darm-Erkrankung erkrankt. Betroffen sind…



