Auf den Philippinen wurden bis zum 16. September 2026 insgesamt 10.936 Leptospirose-Fälle registriert, 38 % mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025. Die gemeldete Fallsterblichkeit lag bei 5,1 %. Inzwischen wurde die nationale Epidemieschwelle überschritten; in 46 Provinzen bzw. Städten in zehn Regionen lagen die Fallzahlen über den jeweiligen Schwellenwerten. Besonders betroffen ist die Hauptstadtregion NCR mit 4.097 Fällen und 168 Todesfällen. 66 % der Fälle wurden mit Kontakt zu Hochwasser in Verbindung gebracht.
Erreger: Leptospirose wird durch Bakterien der Gattung Leptospira verursacht. Die Erkrankung kann mild verlaufen, aber auch schwere Organerkrankungen verursachen.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Wasser oder Boden (Schlamm), der mit dem Urin infizierter Tiere verunreinigt ist. Erreger können über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute in den Körper gelangen. Überschwemmungen erhöhen das Infektionsrisiko.
Symptome: Typisch sind plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch gerötete Augen können auftreten.
Komplikationen: Schwere Verläufe können zu Nieren- und Leberversagen, Blutungen, Atemproblemen und Meningitis führen. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Therapie: Eine frühzeitige antibiotische Behandlung ist entscheidend. Bei schwerer Erkrankung kann eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich sein.
Bewertung der Situation
Für Reisende auf den Philippinen besteht insbesondere nach Überschwemmungen und bei Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Schlamm ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die aktuellen Fallzahlen zeigen eine landesweit erhöhte Aktivität mit Schwerpunkten in zehn Regionen. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung. Unternehmen sollten entsandte Mitarbeiter über das erhöhte Risiko nach Überschwemmungen informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Kontakt mit Hochwasser, Schlamm und möglicherweise verunreinigtem Süßwasser möglichst vermeiden. Bei unvermeidbarem Kontakt sollten wasserdichte Schuhe und Handschuhe getragen und Hautverletzungen geschützt werden. Bei Fieber oder starken Muskelschmerzen nach möglicher Exposition sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Entsendungen über das Infektionsrisiko informieren und geeignete persönliche Schutzausrüstung für Einsätze in Überschwemmungsgebieten bereitstellen.
Quelle der Meldung
Ähnliche Meldungen
Chikungunya, Nicaragua
Bis zum 20.09.2026 wurden in Nicaragua 3.109 Chikungunya-Fälle im Jahr 2026 gemeldet. 2.122 Fälle (68,3 %) wurden allein innerhalb der vergangenen sechs Wochen registriert. Damit wurde der höchste…
Lassa-Fieber, Nigeria
Nigeria meldet bis zur epidemiologischen Woche 36 (31. August–6. September 2026) insgesamt 1.086 bestätigte Lassa-Fieber-Fälle und 259 Todesfälle. Betroffen sind 24 Bundesstaaten und 118 Local…
Mpox, DRK
In der Provinz Kasaï in der Demokratischen Republik Kongo wurden bis zur epidemiologischen Woche 37 insgesamt 77 Verdachtsfälle von Mpox und drei Todesfälle gemeldet. Bei 16 Fällen wurde die…
Update XVIII: Ebola (Bundibugyo), DRK
In der Demokratischen Republik Kongo wurden bis zum 19. September 2026 insgesamt 7.672 bestätigte Fälle der durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursachten Ebola-Erkrankung registriert. 3.699 Menschen…



