In der Demokratischen Republik Kongo wurden bis zum 19. September 2026 insgesamt 7.672 bestätigte Fälle der durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursachten Ebola-Erkrankung registriert. 3.699 Menschen starben, die Fallsterblichkeit liegt bei 48,2 %. 1.879 Erkrankte gelten als genesen. Die Infektionen verteilen sich inzwischen auf sieben Provinzen und 63 Gesundheitszonen. Am 21. September 2026 wurde zudem der Start einer Impfstudie mit dem Zaire-Ebola-Impfstoff Ervebo® bekannt gegeben.
Erreger: Das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) gehört zur Gattung Orthoebolavirus. Es verursacht schwer verlaufende hämorrhagische Erkrankungen.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Erkrankter oder Verstorbener. Auch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen kann eine Rolle spielen.
Symptome: Typisch sind plötzliches Fieber, starke Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Bei schweren Verläufen können Blutungen und Organfunktionsstörungen auftreten.
Komplikationen: Möglich sind schwere Dehydratation, Gerinnungsstörungen, Leber- und Nierenversagen, Schock und Tod.
Therapie: Eine spezifische zugelassene Therapie gegen Bundibugyo-Ebola steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt unterstützend, insbesondere durch Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie intensivmedizinische Versorgung. Die Wirksamkeit von Ervebo® gegen Bundibugyo-Ebola wird aktuell untersucht.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch hat sich seit Mai 2026 erheblich ausgeweitet und betrifft inzwischen sieben Provinzen. Besonders Ituri ist stark betroffen. Der Ausbruch hat das Potential den Ausbruch 2014 in Westafrika einzuholen und zum größten je stattgefundenen Ebolaausbruch zu werden. Ein Ende ist bisher nicht absehbar. Für Reisende in die betroffenen Regionen der DRC besteht ein erhebliches Infektionsrisiko bei Kontakt mit Erkrankten. Zusätzliche Risiken ergeben sich durch den Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung, Logitik und Verkehr, sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Sicherheitsrisiken und Gewalt.. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung. Unternehmen sollten Entsendungen in betroffene Gebiete sorgfältig prüfen und Mitarbeiter umfassend vorbereiten.
Empfehlungen
Reisende: Reisen in betroffene Gebiete sollten unbedingt vermieden bzw. auf das Notwendige beschränkt werden. Bei unvermeidbaren Reisen ist eine reisemedizinische Beratung empfehlenswert. Enge Kontakte zu Erkrankten, Verstorbenen und deren Körperflüssigkeiten sowie medizinischen Einrichtungen mit Ebola-Patienten müssen vermieden werden.
Unternehmen: Vor Entsendungen eine Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten die aktuelle Sicherheits- und Infektionslage kontinuierlich beobachten, Reisen in Ausbruchsgebiete kritisch bewerten und Notfall- sowie Evakuierungspläne vorhalten.
Quelle der Meldung
24.kg – Trials of new Ebola vaccine on volunteers begin in Congo, 21.09.2026 | UN News – Ebola vaccine trial begins in DR Congo, 21.09.2026 | INSP.cd – Sitrep No. 128, 21.09.2026 | ReliefWeb/IOM – Situation Report No. 18, 21.09.2026 | DHnet, 14.09.2026
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