Nigeria meldet bis zur epidemiologischen Woche 36 (31. August–6. September 2026) insgesamt 1.086 bestätigte Lassa-Fieber-Fälle und 259 Todesfälle. Betroffen sind 24 Bundesstaaten und 118 Local Government Areas (LGAs). Die Fallsterblichkeit liegt bei 23,9 %. Die wöchentlichen Fallzahlen sind zuletzt rückläufig.
Erreger: Das Lassa-Virus ist ein Arenavirus, das Lassa-Fieber verursacht.
Übertragung: Hauptreservoir ist die Nagetierart Mastomys natalensis. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere, kontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist insbesondere bei engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten Erkrankter möglich.
Symptome: Häufig treten Fieber, Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Schwere Verläufe können Blutungen und Organfunktionsstörungen verursachen.
Komplikationen: Möglich sind schwere Blutungen, Schock, Organversagen und Tod. Auch neurologische Komplikationen können auftreten.
Therapie: Eine frühzeitige antivirale Behandlung mit Ribavirin kann insbesondere bei frühzeitigem Therapiebeginn eingesetzt werden. Zusätzlich ist eine intensive unterstützende Behandlung wichtig.
Bewertung der Situation
Die Erkrankungen wurden landesweit in 24 Bundesstaaten festgestellt. 87 % der bestätigten Fälle entfallen auf Ondo, Bauchi, Taraba, Edo und Benue. Ondo weist mit 371 Fällen und 89 Todesfällen die höchste Belastung auf. Die rückläufigen Wochenzahlen – von 21 Fällen in KW 34 auf 12 in KW 36 – sprechen für eine derzeit abnehmende gemeldete Aktivität. Die weiterhin hohe Fallsterblichkeit erfordert jedoch eine anhaltende Aufmerksamkeit.
Für Reisende besteht insbesondere bei engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung, zu medizinischen Einrichtungen oder zu potenziell kontaminierten Lebensmitteln ein Infektionsrisiko. Für Deutschland besteht kein Hinweis auf eine relevante lokale Übertragung. Unternehmen sollten Mitarbeiter bei Einsätzen in Nigeria über Hygienemaßnahmen und das Vermeiden von Nagetierkontakt informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor der Reise eine reisemedizinische Beratung durchführen. Lebensmittel vor Nagetieren schützen, Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden und konsequente Handhygiene beachten. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht und die Reiseanamnese mitgeteilt werden.
Unternehmen: Vor Entsendungen eine arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeiter sollten über das Infektionsrisiko, Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Lebensmitteln informiert werden. Bei Tätigkeiten im Gesundheitswesen sind geeignete Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich.
Quelle der Meldung
International Centre for Investigative Reporting (ICIR) – Lassa fever deaths rise to 259 in less than 9 months in Nigeria, 23.09.2026 | Ripples Nigeria – NCDC records 259 deaths in 24 states from Lassa fever in 2026, 23.09.2026 | PUNCH – NCDC reports 1,086 Lassa fever cases, 259 deaths, 23.09.2026 | WHO – Lassa fever, Nigeria | WHO Africa – Benue State strengthens Lassa fever response
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