Taiwan verzeichnet im Jahr 2025 über 9.000 Syphilis-Fälle. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren (+9 % im Vergleich zum Vorjahr), was die Gesundheitsbehörden zur Ausweitung kostenloser Screening-Angebote veranlasst.
Erreger: Das Bakterium Treponema pallidum (Spirochäte).
Übertragung: Primär durch sexuellen Kontakt (direkter Kontakt mit infektiösen Schleimhautläsionen/Schankern). Auch eine Übertragung von der Mutter auf das Kind (kongenitale Syphilis) ist möglich.
Symptome: Die Erkrankung verläuft in Stadien.
Primärstadium: Schmerzloser harter Knoten/Geschwür (Schanker) an der Eintrittsstelle.
Sekundärstadium: Hautausschlag (oft an Handflächen/Fußsohlen), Fieber, Lymphknotenschwellung.
Tertiärstadium: Schwere Schäden an Herz, Gehirn (Neurosyphilis) und Organen.
Komplikationen: Unbehandelt drohen lebenswichtige Organschäden, Erblindung oder Demenz.
Therapie: Gut behandelbar mit Antibiotika, wobei Penicillin G (meist als intramuskuläre Spritze) das Mittel der Wahl ist.
Bewertung der Situation
Die einheimische Bevölkerung, insbesondere sexuell aktive Jugendliche und junge Erwachsene in Ballungsräumen wie Taipeh, ist einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Für Reisende besteht ein Risiko nur bei ungeschützten sexuellen Kontakten vor Ort. Auswirkungen auf Deutschland sind nicht direkt zu erwarten, jedoch folgt der Trend in Taiwan dem globalen Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen (STI). Unternehmen sollten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Expats Aufklärung betreiben, um Langzeitfolgen und Ausfälle durch späte Stadien der Erkrankung zu verhindern.
Empfehlungen
Reisende: Konsequente Nutzung von Kondomen bei sexuellen Kontakten. Bei Symptomen oder nach Risikokontakten zeitnah einen Arzt für einen Bluttest aufsuchen. Frühzeitige Behandlung verhindert die Weiterverbreitung und Spätfolgen.
Unternehmen: Aufklärungsprogramme zur sexuellen Gesundheit für Mitarbeiter im Auslandseinsatz anbieten. Hürdenfreie Zugänge zu anonymen Testmöglichkeiten fördern. Sicherstellen, dass die Krankenversicherung der Mitarbeiter die Kosten für STI-Screenings und Behandlungen im Gastland abdeckt.
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