Im Ort Hofoa auf Tongatapu (Königreich Tonga) wurden zwei bestätigte Fälle von Typhus gemeldet. Betroffen sind zwei männliche Personen im Alter von 17 und 21 Jahren aus demselben Haushalt. Die Diagnosen wurden am 21. und 22. Januar 2026 mittels positiver Blutkulturen bestätigt. Beide Patienten zeigten bereits rund zwei Wochen vor der stationären Aufnahme Fieber und weitere Symptome und befinden sich aktuell in stabilem Zustand im Vaiola Hospital. Die Gesundheitsbehörden haben Ermittlungen zur Infektionsquelle sowie eine Kontaktverfolgung eingeleitet; alle Kontaktpersonen sind bislang symptomfrei.
Erreger: Salmonella enterica Serovar Typhi (Bakterium).
Übertragung: Fäkal-oral über kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser; möglich ist auch die Übertragung durch Infektionsträger im Haushalt.
Symptome: Anhaltendes Fieber, Schwäche, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung.
Komplikationen: Darmblutungen, Darmperforation, Sepsis bei unbehandeltem Verlauf.
Therapie: Antibiotikatherapie und supportive Behandlung; Resistenzlage der Isolate noch unbekannt.
Bewertung der Situation
Der begrenzte Haushaltscluster spricht für eine lokale Infektionsquelle. Für die Bevölkerung besteht derzeit ein niedriges, aber überwachungsbedürftiges Risiko. Für Reisende nach Tonga ist das Risiko gering, bei mangelhafter Hygiene jedoch vorhanden. Auswirkungen auf Deutschland sind unwahrscheinlich. Unternehmen mit Entsendungen sollten die Lage beobachten.
Empfehlungen
Reisende: Typhusimpfung erwägen, konsequente Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene einhalten.
Unternehmen: Gesundheitsaufklärung vor Entsendung, Impfstatus prüfen, Hygieneregeln strikt kommunizieren.
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