Auf der Karibikinsel Anguilla wurde der erste autochthone humane Fall von West-Nil-Virus (WNV) bestätigt. Betroffen ist ein 25-jähriger Einwohner ohne kürzliche Reiseanamnese; damit gilt eine lokale Übertragung als wahrscheinlich. Die Symptome begannen am 07.03.2026 mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und rechtsseitigen Bauchschmerzen. Der Nachweis erfolgte am 10.03.2026 per PCR. Der Patient wurde zur Überwachung stationär aufgenommen und ist in stabilem Zustand.

Erreger: West-Nil-Virus, ein Flavivirus.

Übertragung: Vor allem durch Stechmücken der Gattung Culex; Vögel dienen als Reservoir. Menschen infizieren sich nicht direkt gegenseitig.

Inkubationszeit: Etwa 2–14 Tage.

Symptome: Meist keine oder milde Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Gliederschmerzen.

Komplikationen: Selten schwere neuroinvasive Verläufe wie Meningitis, Enzephalitis oder schlaffe Lähmungen.

Therapie: Keine spezifische antivirale Therapie; Behandlung erfolgt symptomatisch und unterstützend.

Bewertung der Situation

Für die einheimische Bevölkerung besteht ein geringes, aber neues, relevantes Risiko durch lokale Mückenübertragung. Für Reisende ist das Risiko ebenfalls gering. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko. Unternehmen mit entsandtem Personal oder Tourismusbezug sollten Mückenschutzmaßnahmen beachten.

Empfehlungen

Reisende: Konsequenter Mückenschutz durch Repellents, lange Kleidung und Vermeidung stehender Wasserstellen.
Unternehmen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, Mitarbeitende über Mückenschutz informieren und Unterkünfte mit geeigneten Schutzmaßnahmen ausstatten.

Quelle der Meldung

Ministry of Health Anguilla / Anguilla Focus / Saint Martin News Network