Auf der Insel Lesbos wurden bis zum 03.04.2026 insgesamt 20 Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS) des Serotyps SAT1 bestätigt, insbesondere im Norden der Insel (u. a. Pelopi und Napi). Betroffen sind Rinder, Schafe und Ziegen. Bereits zuvor waren 18 Ausbrüche gemeldet worden, was auf eine anhaltende Ausbreitung hinweist. Mehr als 3000 Tiere wurden im Rahmen von Bekämpfungsmaßnahmen gekeult. Griechenland hat infolge des Ausbruchs seinen Status als MKS-freies Land ohne Impfung vorübergehend verloren. Parallel besteht weiterhin ein Ausbruch von Schaf- und Ziegenpocken, was die Situation zusätzlich verschärft.
Erreger: Maul- und Klauenseuche-Virus (FMDV, viral, Serotyp SAT1)
Übertragung: Direkter Kontakt zwischen Tieren, kontaminierte Materialien, Luftübertragung über kurze Distanzen
Inkubationszeit: 2–14 Tage
Symptome: Fieber, Bläschenbildung an Maul, Klauen und Euter, Lahmheit, Leistungseinbruch
Komplikationen: Hohe wirtschaftliche Verluste, selten Todesfälle (v. a. bei Jungtieren)
Therapie: Keine spezifische Therapie; Bekämpfung durch Keulung, Quarantäne und Biosicherheitsmaßnahmen
Bewertung der Situation
Die Ausbrüche zeigen eine schnelle Ausbreitung innerhalb einer tierdichten Region und deuten auf eine bereits zuvor unerkannte Viruszirkulation hin. Die Entscheidung gegen eine Impfung erhöht kurzfristig die Anfälligkeit der Tierbestände, dient jedoch dem langfristigen Ziel der Wiedererlangung des seuchenfreien Status. Die gleichzeitige Belastung durch weitere Tierseuchen verstärkt die wirtschaftlichen Auswirkungen erheblich, insbesondere für die Landwirtschaft und die Produktion von Schaf- und Ziegenmilchprodukten. Für Menschen besteht kein relevantes Gesundheitsrisiko. Auswirkungen auf Deutschland betreffen primär indirekt den Agrar- und Handelssektor.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu Nutztieren vermeiden, Hygienemaßnahmen bei Aufenthalten in ländlichen Regionen beachten. Insbesondere bei Ausfuhr von tierischen Produkten kann gegen Seuchenschutzbestimmungen verstoßen werden!
Unternehmen: Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen, Kontrolle von Tiertransporten und Lieferketten, Sensibilisierung landwirtschaftlicher Betriebe.
Quelle der Meldung
WOAH / abc / ekathimerini
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