In Los Angeles County, Kalifornien, wurde erstmals eine Übertragung des hochpathogenen aviären Influenza-Virus A(H5N1) von einer Hauskatze auf einen Menschen serologisch bestätigt. Betroffen war eine tiermedizinische Fachkraft, die zwischen Dezember 2024 und Januar 2025 Kontakt zu einer infizierten Katze hatte. Die Katze gehörte zu einer Gruppe von insgesamt 19 Hauskatzen aus fünf Haushalten, die nach dem Verzehr von Rohmilch, rohem Geflügel oder rohem Tierfutter schwer erkrankten. Neun Katzen wurden positiv auf H5N1 getestet; 14 Tiere starben oder mussten eingeschläfert werden.
Insgesamt wurden 139 exponierte Personen überwacht, darunter Tierärzte, Praxispersonal und Haushaltskontakte. Zwar berichteten mehrere Personen über grippeähnliche Symptome, jedoch blieb nur eine veterinärmedizinische Fachkraft serologisch positiv. Die betroffene Person war asymptomatisch und hatte bei der Versorgung der Katze keinen Atem- oder Augenschutz getragen. Der Fall gilt als erster dokumentierter Nachweis einer Katze-zu-Mensch-Übertragung von H5N1.
Erreger: Influenza-A(H5N1) clade 2.3.4.4b, Genotyp B3.13
Übertragung: Direkter Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminierten Materialien; in diesem Fall vermutlich durch engen Kontakt mit einer infizierten Hauskatze. Katzen infizierten sich wahrscheinlich über kontaminierte Rohmilch oder rohes Tierfutter.
Inkubationszeit: Beim Menschen meist 2–8 Tage
Symptome beim Menschen: Häufig grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Muskelschmerzen oder Müdigkeit; im vorliegenden Fall asymptomatische Infektion
Komplikationen: Potenziell schwere Pneumonien und neurologische Verläufe; theoretisches Risiko genetischer Reassortierung mit saisonalen Influenzaviren
Therapie: Antivirale Behandlung mit Neuraminidasehemmern (z. B. Oseltamivir) möglich; keine spezifische kurative Therapie. Prävention durch persönliche Schutzausrüstung (PPE), Hygiene und Verzicht auf rohe Tierprodukte
Bewertung der Situation
Der Fall erweitert das bisher bekannte zoonotische Übertragungsspektrum von H5N1 erheblich, da erstmals eine Übertragung von einer Hauskatze auf einen Menschen dokumentiert wurde. Besonders relevant ist, dass die Infektion ausschließlich serologisch nachgewiesen wurde und PCR-Tests negativ blieben. Dies deutet darauf hin, dass asymptomatische oder milde Infektionen bislang möglicherweise unterschätzt werden.
Veterinärmedizinische Einrichtungen stellen damit ein relevantes Expositionsumfeld dar, insbesondere bei aerosolbildenden Maßnahmen oder engem Kontakt zu erkrankten Tieren. Der Fall verdeutlicht Defizite bei Schutzmaßnahmen in Tierarztpraxen, insbesondere beim Einsatz von Atem- und Augenschutz.
Besorgniserregend bleibt zudem die zunehmende Anpassung des H5N1-Virus an Säugetiere. Die gleichzeitige Zirkulation saisonaler Influenzaviren erhöht theoretisch das Risiko genetischer Veränderungen, die eine bessere Übertragbarkeit zwischen Menschen begünstigen könnten.
Empfehlungen
Reisende: Keine Rohmilch oder rohes Tierfutter verwenden. Kontakt zu kranken oder verhaltensauffälligen Tieren vermeiden. Bei Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren auf Hygienemaßnahmen achten.
Unternehmen mit Entsendungen ins Ausland: Mitarbeitende mit tiermedizinischen, landwirtschaftlichen oder veterinärnahen Tätigkeiten über H5N1-Risiken informieren. Geeignete persönliche Schutzausrüstung (FFP2/FFP3-Masken, Schutzbrillen, Handschuhe) bereitstellen und konsequent nutzen lassen. Reisen in Regionen mit bekannten Tierausbrüchen sollten risikobasiert bewertet werden. Travel Risk Mangement
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