Im sudanesischen Bundesstaat West-Kordofan kommt es zu einem Choleraausbruch, dessen tatsächliches Ausmaß aufgrund der anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen nur schwer zu erfassen ist. Verschiedene Quellen berichten zwischen 228 und über 300 Erkrankungsfällen sowie 26 bis 80 Todesfällen innerhalb weniger Tage. Besonders betroffen sind die Regionen Foga und En Nahud.
Lokale Gesundheitshelfer berichten von täglich mehr als 60 Neuerkrankungen und mehreren Todesfällen. Die Gesundheitsversorgung ist stark eingeschränkt: Behandlungszentren sind überlastet, Infusionslösungen fehlen, und in von den Rapid Support Forces (RSF) kontrollierten Gebieten ist der Zugang internationaler Hilfsorganisationen stark eingeschränkt.
Erreger: Vibrio cholerae
Übertragung: Fäkal-oral über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel.
Inkubationszeit: Meist wenige Stunden bis fünf Tage.
Symptome: Akut einsetzende wässrige Durchfälle, Erbrechen, rascher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust bis hin zu schwerer Dehydratation und Kreislaufversagen.
Therapie: Sofortige orale oder intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution, bei schweren Verläufen zusätzlich Antibiotika.
Bewertung der Situation
Die Meldungen deuten auf einen schweren Choleraausbruch in einem Gebiet mit weitgehend zusammengebrochener Gesundheits- und Trinkwasserversorgung hin. Die berichteten Sterblichkeitsraten liegen deutlich über den von der WHO erwarteten Werten und sprechen für verzögerte medizinische Versorgung sowie erhebliche Untererfassung der tatsächlichen Fallzahlen.
Die Ausbreitung auf mehrere Ortschaften sowie entlang von Verkehrswegen weist auf eine fortgesetzte Übertragung in der Bevölkerung hin. Aufgrund eingeschränkter humanitärer Zugänge ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen.Von nicht zwingend notwendigen Reisen nach West-Kordofan sollte aufgrund der Sicherheitslage und des Choleraausbruchs abgesehen werden. Bei unvermeidbaren Aufenthalten sind konsequente Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene sowie die Verwendung von abgefülltem oder aufbereitetem Wasser erforderlich. Eine Cholera-Impfung sollte individuell geprüft werden.
Unternehmen mit Entsendungen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Entsendungen nach West-Kordofan sollten kritisch überprüft werden. Für notwendige Einsätze sind strikte Hygienekonzepte, sichere Trinkwasserversorgung, Notfallpläne zur medizinischen Evakuierung sowie eine reisemedizinische Beratung einschließlich Cholera-Impfempfehlung sicherzustellen. Mitarbeitende sollten über Symptome und die Notwendigkeit einer frühzeitigen Rehydratation informiert werden.
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