Zwischen Januar und Mitte April 2026 wurden in Simbabwe 65.399 Malariafälle und 174 Todesfälle registriert. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht dies nahezu einer Verdopplung der Erkrankungen und Todesfälle. Gegenüber 2024 stiegen die Fallzahlen sogar um das Vierfache und die Zahl der Todesfälle um das Fünffache.
Betroffen sind mehrere Provinzen, darunter Manicaland, Mashonaland Central, Mashonaland East und Mashonaland West. Auch Regionen, die sich bereits auf dem Weg zur Malariaelimination befanden, melden wieder steigende Infektionszahlen.
Als wesentliche Ursachen gelten starke Niederschläge während der Regenzeit 2025/2026, steigende Temperaturen sowie der Wegfall international finanzierter Gesundheitsprogramme. In ländlichen Gebieten werden zudem Engpässe bei Schnelltests und Malariamedikamenten berichtet, wodurch sich Diagnostik und Behandlung verzögern können.
Erreger: Plasmodien (vor allem Plasmodium falciparum).
Übertragung: Durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken.
Inkubationszeit: Je nach Erreger meist 7–30 Tage.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Anämie. Schwere Verläufe können zu zerebraler Malaria, Organversagen und Tod führen.
Therapie: Frühzeitige Diagnostik und Behandlung mit geeigneten Antimalariamitteln. Schwere Verläufe erfordern eine stationäre Behandlung.
Bewertung der Situation
Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine erhebliche Verschlechterung der Malariasituation in Simbabwe hin. Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der Todesfälle stärker zunimmt als die Zahl der Erkrankungen. Dies spricht dafür, dass neben der erhöhten Übertragung auch Verzögerungen bei Diagnostik und Therapie eine wichtige Rolle spielen.
Die Kombination aus klimatisch günstigen Bedingungen für die Mückenvermehrung und eingeschränkten Kontrollmaßnahmen begünstigt die weitere Ausbreitung. Zudem werden inzwischen auch höher gelegene Regionen betroffen, die bislang als weniger gefährdet galten.
Die simbabwische Regierung führt derzeit Untersuchungen durch, um mögliche Ursachen wie Insektizidresistenzen oder Schwächen in bisherigen Eliminationsstrategien zu identifizieren. Gleichzeitig werden weiterhin Moskitonetze verteilt, Innenraumsprühungen durchgeführt und Überwachungsmaßnahmen in Risikogebieten fortgesetzt.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Für Reisen nach Simbabwe sollte eine individuelle Malariarisikobewertung erfolgen. Konsequenter Mückenschutz durch Repellents, lange Kleidung und Moskitonetze ist unerlässlich. In den meisten Fällen ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe erforderlich. Bei Fieber ab 7 Tage nach Exposition ist muss eine Malariainfektion ausgeschlossen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Simbabwe: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Malariarisiken, Symptome und Schutzmaßnahmen informiert werden. Die Verfügbarkeit von Notfallmedikation und ein schneller Zugang zu medizinischer Versorgung sollten gewährleistet sein. Fiebererkrankungen während oder nach dem Aufenthalt müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden.
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