Seit dem 5. Mai 2026 untersucht die WHO einen Ausbruch der Bundibugyo-Viruskrankheit (BVD) in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), der am 15. Mai offiziell bestätigt wurde. Am 16. Mai 2026 erklärte der WHO-Generaldirektor den Ausbruch zu einer gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite (PHEIC).
Bis zum 18. Mai 2026 wurden insgesamt 528 Verdachtsfälle gemeldet, darunter 132 Todesfälle (Fallsterblichkeit 25,0 %). Davon sind 35 Fälle laborbestätigt. In Uganda wurden zwei importierte Fälle aus der DRK identifiziert.
Krankheitsbild und Übertragung
Erreger: Das Bundibugyo-Virus
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch den direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder symptomatischen Personen. Ein hohes Risiko besteht zudem bei unsicheren Bestattungspraktiken.
Symptome: Die Erkrankung beginnt oft mit Fieber, Schwäche, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Im Verlauf treten Erbrechen, Durchfall, Übelkeit sowie Atemnot und ein reduziertes Bewusstsein auf.
Komplikationen & Therapie: Schwere Verläufe führen zu Organversagen und zum Tod. Derzeit gibt es keine spezifische Heilung; die Behandlung konzentriert sich auf intensive klinische Unterstützung und Isolierung.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung: Das Risiko ist aufgrund der hohen Mobilität, mangelhafter Hygiene-Infrastruktur (IPC) in Kliniken und der unsicheren Sicherheitslage in der Provinz Ituri extrem hoch.
Reisende: Es besteht ein erhöhtes Risiko für Personen, die sich in den betroffenen Gesundheitszonen (insb. Mongbwalu, Rwampara, Bunia) oder in der Nähe der Grenzen zu Uganda und dem Südsudan aufhalten.
Deutschland: Eine unmittelbare Gefahr für die breite Bevölkerung in Deutschland besteht aktuell nicht. Der PHEIC-Status ermöglicht und fordert internationales Engagement zur Eindämmung des Ausbruchs. Die Europäische Seuchenbehörde (ECDC) entsendet Spezialisten zur Unterstützung der lokalen Behörden und Gesundheitseinrichtungen.
Unternehmen: Für Betriebe mit Mitarbeitern in der Region Ituri und Kivu besteht ein signifikantes Betriebsrisiko durch Infektionen, Quarantänemaßnahmen und potenzielle Evakuierungsnotwendigkeiten, ein gesundheitliches Risiko besteht nur bei potentiellem Kontakt mit Erkrankten, vor allem aber durch einen Zusammenbruch der ohnehin schwachen Gesundheitsinfrastruktur.
Empfehlungen
Für Reisende:
- Vermeiden Sie Reisen in die aktiven Ausbruchsgebiete in der DRK (Ituri und Nord-Kivu).
- Kein Kontakt zu offensichtlich kranken Personen.
- Halten Sie strikte Hygieneregeln ein und meiden Sie den Kontakt mit Kranken oder Verstorbenen.
Für Unternehmen (gemeint sind nicht Hilfsdienste, NGOs, Gesundheitsdienstleister, o.ä.):
- Ein Travel Risk Management System sollte etabliert sein
- Prävention: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unterweisung zum Gesundheitsschutz. Reisesperre für Reisen in die betroffene Region, Evakuierung von Mitarbeitern aus der Region.
- Notfallplanung: Überprüfung der Evakuierungsprotokolle und Sicherstellung des Zugangs zu isolierten Behandlungseinrichtungen.
Quelle der Meldung
WHO SitRep | ECDC | UN OCHA
Ähnliche Meldungen
MPox, Angola
Angola meldete am 20. Oktober 2026 insgesamt 92 aktive Mpox-Fälle. Innerhalb von 24 Stunden wurden zwei neue Fälle aus der Provinz Moxico gemeldet; elf Patienten konnten entlassen werden. In diesem…
Diphtherie, Senegal
Im Senegal wurden bislang 368 bestätigte Diphtheriefälle und 14 Todesfälle gemeldet. Betroffen sind 60 Gesundheitsdistrikte in 13 Regionen. Seit der letzten Meldung kamen zwei weitere Todesfälle…
Ausbruch Darminfektion, Gauteng/Südafrika
In der Provinz Gauteng in Südafrika sind zwischen dem 7. und 18. Oktober 2026 insgesamt 408 Fälle akuter Magen-Darm-Erkrankungen aufgetreten. Betroffen sind mehrere Gemeinden in der Region Tshwane,…
Ebola, Kenia
Das kenianische Gesundheitsministerium bestätigte am 19. Oktober 2026 den neunten Erkrankungsfall einer Bundibugyo-Viruskrankheit, einer seltenen Form des Ebola-Fiebers. Bei dem Betroffenen handelt…



