Ho-Chi-Minh-Stadt verzeichnet im Jahr 2026 einen ungewöhnlich frühen Anstieg der Dengue-Aktivität. Bis zum 31.05.2026 wurden 17.718 Dengue-Fälle registriert, was einem Anstieg von 64,6 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Zudem wurden vier denguebedingte Todesfälle gemeldet.
Von den gemeldeten Fällen wurden 10.459 stationär und 7.259 ambulant behandelt. Alle 168 Stadtbezirke, Gemeinden und Sonderzonen meldeten Erkrankungen. Besonders hohe Inzidenzen wurden in den Gebieten An Nhon Tay, Tay Thanh und Tay Nam festgestellt.
Auffällig ist, dass der Anstieg bereits vor Beginn der üblichen Hauptsaison erfolgt. Normalerweise nimmt die Dengue-Übertragung erst ab Mitte Juni deutlich zu.
Erreger: Dengue-Virus (Serotypen DENV-1 bis DENV-4).
Übertragung: Durch den Stich infizierter Aedes-Mücken, insbesondere Aedes aegypti.
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage.
Symptome: Hohes Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen. Schwere Verläufe können zu Blutungen, Schock und Organversagen führen.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit Flüssigkeitsmanagement und engmaschiger Überwachung bei Risikopatienten.
Bewertung der Situation
Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine früh einsetzende Dengue-Saison mit potenziell weiterer Zunahme der Fallzahlen während der bevorstehenden Regenzeit hin. Die flächendeckende Verbreitung über das gesamte Stadtgebiet spricht für eine intensive Viruszirkulation.
Mehr als die Hälfte der Erkrankungen betrifft Erwachsene, insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 30 Jahren. Gleichzeitig gelten ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Adipositas als besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe.
Die hohe Zahl stationärer Behandlungen weist bereits jetzt auf eine erhebliche Belastung des Gesundheitssystems hin. Da viele milde oder nicht diagnostizierte Infektionen möglicherweise unerfasst bleiben, dürfte die tatsächliche Zahl der Infektionen höher liegen.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. Für Reisen nach Ho-Chi-Minh-Stadt und andere Regionen Vietnams sollte ein konsequenter Mückenschutz eingehalten werden. Dazu gehören langärmelige Kleidung, Insektenschutzmittel, klimatisierte Räume oder Moskitonetze. Dengue-Mücken sind vor allem tagsüber aktiv. Impfung gegen Dengue sollte erwogen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Vietnam: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Dengue-Risiken, Symptome und Schutzmaßnahmen informiert werden. Besonders bei längeren Aufenthalten während der Regenzeit sollten Präventionsmaßnahmen konsequent umgesetzt werden. Fiebererkrankungen während oder nach dem Aufenthalt sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden.
Quelle der Meldung
Ho Chi Minh City Center for Disease Control (HCDC) / Vietnamnet / Lao Dong / Saigon News
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