Spanien meldete bis zum 15.07.2026 zwei autochthon erworbene, laborbestätigte Fälle von Krim-Kongo-hämorrhagischem Fieber (CCHF) in der Provinz Salamanca (Region Kastilien und León). Beide Infektionen wurden durch Zeckenstiche übertragen. Ein 84-jähriger Patient verstarb am 10.07.2026, ein weiterer Patient überlebte. Damit ist Spanien bislang das einzige europäische Land mit lokal erworbenen CCHF-Fällen im Jahr 2026. Die Fälle entsprechen dem saisonalen Auftreten während der Hauptaktivität von Hyalomma-Zecken.
Erreger: Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus (CCHFV; Familie Nairoviridae).
Übertragung: Vor allem durch den Stich infizierter Hyalomma-Zecken sowie durch Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Tiere oder Menschen.
Inkubationszeit: Meist 2–7 Tage nach Zeckenstich.
Symptome: Plötzliches Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; schwere Verläufe können mit Blutungen, Leberbeteiligung und Multiorganversagen einhergehen.
Komplikationen: Hämorrhagisches Fieber, Schock, Multiorganversagen und Tod.
Therapie: Es gibt keine zugelassene spezifische Therapie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und intensivmedizinisch mit Stabilisierung des Kreislaufs und Behandlung von Blutungskomplikationen.
Bewertung der Situation
Die aktuellen Fälle entsprechen dem bekannten saisonalen und geografischen Auftreten des CCHF in Westspanien. Für die Allgemeinbevölkerung besteht weiterhin ein geringes Risiko. Erhöht gefährdet sind Personen mit häufiger Zeckenexposition, beispielsweise Landwirte, Jäger, Forstarbeiter und Wanderer. Hinweise auf Übertragungen im Gesundheitswesen liegen derzeit nicht vor. Für Deutschland besteht aktuell keine unmittelbare Gefahr, importierte Einzelfälle bei Reisenden sind jedoch grundsätzlich möglich.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten auf konsequenten Zeckenschutz achten (lange Kleidung, Repellents, tägliche Zeckenkontrolle) und Zecken möglichst früh entfernen. Nach Zeckenstichen oder bei Fieber nach einer Spanienreise sollte zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit beruflichem Aufenthalt in ländlichen Regionen Spaniens über Zeckenschutzmaßnahmen informieren und eine arbeitsmedizinische Beratung anbieten. Beschäftigte mit Tierkontakt sollten geeignete Schutzkleidung tragen und den Kontakt mit Blut oder Gewebe potenziell infizierter Tiere vermeiden.
Quelle der Meldung
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) | Junta de Castilla y León
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