Nigeria meldete bis zum 28.06.2026 insgesamt 922 laborbestätigte Lassafieber-Fälle, 6 wahrscheinliche Fälle sowie 221 Todesfälle, entsprechend einer Fallsterblichkeit (CFR) von 24 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen sowohl die Fallzahlen (2025: 790) als auch die Todesfälle (2025: 148) deutlich an. Betroffen sind 23 Bundesstaaten und 111 Local Government Areas, wobei Ondo, Bauchi, Taraba, Edo und Benue 85 % aller bestätigten Fälle ausmachen. Auch 50 Beschäftigte im Gesundheitswesen infizierten sich im bisherigen Jahresverlauf.
Erreger: Lassa-Virus (Arenavirus).
Übertragung: Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Natal-Vielzitzenmäuse (Mastomys natalensis), kontaminierte Lebensmittel oder Oberflächen sowie Mensch-zu-Mensch-Übertragung über Körperflüssigkeiten.
Inkubationszeit: 6–21 Tage.
Symptome: Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall; schwere Verläufe mit Blutungen, Schock und Organversagen möglich.
Komplikationen: Multiorganversagen, neurologische Komplikationen, Hörverlust und Tod.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit Ribavirin sowie intensivmedizinische und supportive Versorgung.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch zeigt eine deutliche Verschärfung gegenüber 2025. Die hohe Fallsterblichkeit weist auf Verzögerungen bei Diagnosestellung und Behandlung sowie auf Belastungen des Gesundheitssystems hin. Für die lokale Bevölkerung besteht insbesondere in den betroffenen Bundesstaaten ein erhöhtes Risiko. Für Reisende ist das Risiko bei Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Vermeidung von Nagetierkontakt gering bis moderat. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden in Nigeria sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden, Lebensmittel sicher lagern, konsequente Händehygiene einhalten und bei Fieber während oder nach dem Aufenthalt umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über Infektionsrisiken informieren, Hygienestandards in Unterkünften sicherstellen, Nagetierbefall vermeiden und klare Verfahren zur medizinischen Abklärung fieberhafter Erkrankungen etablieren.
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