Bis zum September 2026 wurden in den Distrikten Kushtia und Meherpur (Osten Indiens) in der Division Khulna 482 Fälle von kutanem Anthrax gemeldet. Davon entfielen 70 Fälle auf Daulatpur und 412 auf Gangni. In Gangni wurden 262 Erkrankungen mit Kontakt zu Ziegenfleisch und weitere 130 mit Rindfleisch in Verbindung gebracht. Auch Fleischverkäufer und Personen, die Fleisch zu Hause verarbeiteten, erkrankten. Weitere etwa 50 behandelte Fälle wurden aus den Distrikten Gaibandha und Rangpur gemeldet.
Erreger: Bacillus anthracis, ein sporenbildendes Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch direkten Hautkontakt mit infizierten Tieren, Tierkadavern oder kontaminiertem Fleisch. Auch das Einatmen von Sporen oder der Verzehr kontaminierter Lebensmittel kann zu Erkrankungen führen.
Symptome: Bei kutanem Anthrax zunächst eine juckende Hautveränderung, anschließend Bläschen und charakteristischer schwarzer Schorf mit Schwellung.
Komplikationen: Unbehandelt sind schwere Infektionen, Sepsis und eine Ausbreitung der Bakterien in den Blutkreislauf möglich.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit geeigneten Antibiotika; bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich.
Bewertung der Situation
Die hohe Zahl der Fälle steht insbesondere mit dem Kontakt zu nicht kontrolliert geschlachtetem Fleisch in Verbindung. In Gangni sind viele Erkrankungen nach Kontakt mit Ziegenfleisch aufgetreten. Eine unzureichende Impfung von Nutztieren, informelle Schlachtung und eingeschränkte Fleischkontrollen begünstigen wiederkehrende Ausbrüche. Die zusätzlichen Fälle in Gaibandha und Rangpur zeigen, dass die zugrunde liegenden Risiken nicht auf die beiden Hauptgebiete beschränkt sind. Die Untersuchung durch das Institute of Epidemiology, Disease Control and Research (IEDCR) läuft.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Kontakt zu erkrankten oder verendeten Tieren vermeiden und kein Fleisch von Tieren unbekannter Herkunft oder Tieren verzehren, die ohne tierärztliche Kontrolle verendet sind. Bei verdächtigen Hautveränderungen nach möglicher Exposition frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, insbesondere für Beschäftigte mit Kontakt zu Nutztieren, Tierprodukten oder Fleisch. Mitarbeiter über das Infektionsrisiko und geeignete Schutzmaßnahmen informieren und bei Verdacht auf eine Exposition eine zeitnahe medizinische Abklärung ermöglichen.
Quelle
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