Bis zum 21.09.2026 wurden im Distrikt Mpika in der Provinz Muchinga, Sambia, 21 humane Anthrax-Fälle registriert. Gleichzeitig wurden 59 Wildtiere tot aufgefunden, darunter 46 Flusspferde, fünf Büffel und acht Elefanten. Sieben der menschlichen Fälle wurden zuletzt neu gemeldet; alle Erkrankten befinden sich laut Behörden in stabilem Zustand in medizinischer Behandlung.
Erreger: Bacillus anthracis, ein sporenbildendes Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch Kontakt mit infizierten Tieren oder Tierkadavern sowie durch den Verzehr kontaminierten Fleisches; eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten.
Symptome: Je nach Form Hautläsionen mit schwarzem Schorf, Fieber und Lymphknotenschwellungen; bei gastrointestinaler Erkrankung Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.
Komplikationen: Schwere Verläufe können zu Sepsis, Schock und Tod führen.
Therapie: Frühzeitige Antibiotikatherapie; bei schweren Verläufen ist eine intensive medizinische Behandlung erforderlich.
Bewertung der Situation
Das gleichzeitige Auftreten menschlicher Fälle und zahlreicher verendeter Wildtiere spricht für eine aktive Umwelt- und Expositionsquelle im Raum Nabwalya/Mpika. Besonders relevant ist der Kontakt mit Tierkadavern und deren Verzehr. Anthrax-Sporen können über lange Zeit im Boden überdauern und während der Trockenzeit durch veränderte Weide- und Wasserbedingungen erneut verfügbar werden. Fälle bei Nutztieren wurden bislang nicht bestätigt. Eine Impfkampagne für 20.000 Nutztiere in drei Distrikten soll das Risiko einer weiteren Ausbreitung reduzieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Kontakt zu verendeten oder erkrankten Wild- und Nutztieren vermeiden und kein Fleisch von Tieren verzehren, die ohne tierärztliche Untersuchung verendet sind. Bei verdächtigen Hautveränderungen oder anderen Symptomen nach möglicher Exposition frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Beschäftigte mit möglichem Kontakt zu Tieren, Tierprodukten oder Kadavern über das Infektionsrisiko und Schutzmaßnahmen informieren. Bei Verdacht auf eine Exposition sollte eine zeitnahe medizinische Abklärung erfolgen.
Quelle
Ministry of Fisheries & Livestock Zambia | Times of Zambia | WOAH-WAHIS
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