In Bangladesch wurden vom 1. Januar bis zum 22. September 2026 insgesamt 65.499 Dengue-bedingte Krankenhausaufnahmen und 195 Todesfälle registriert. Alle acht Verwaltungsregionen sind betroffen. Allein in der Kalenderwoche 38 wurden 5.120 Erkrankungen und 17 Todesfälle gemeldet. Besonders viele Aufnahmen wurden außerhalb der Stadtgebiete von Dhaka (11.052), in Khulna (10.780), Chattogram (9.436) und Barishal (9.033) verzeichnet. Im September starben bislang 87 Menschen, mehr als in jedem anderen Monat des Jahres.
Erreger: Dengue wird durch das Dengue-Virus (DENV) verursacht. Es gibt vier verschiedene Serotypen (DENV-1 bis DENV-4).
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter Aedes-Mücken, insbesondere Aedes aegypti. Die Mücken sind vor allem tagsüber aktiv und vermehren sich in kleinen Wasseransammlungen.
Symptome: Typisch sind plötzliches hohes Fieber, starke Gliederschmerzen, retroorbitale Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautausschlag. Schwere Verläufe können mit Blutungen und Kreislaufproblemen einhergehen.
Komplikationen: Schweres Dengue kann zu Blutungen, Flüssigkeitsverlust, Schock, Organversagen und Tod führen. Eine frühere Dengue-Infektion kann das Risiko eines schweren Verlaufs bei einer erneuten Infektion erhöhen.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt unterstützend, insbesondere durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Überwachung und bei schweren Verläufen intensivmedizinische Maßnahmen.
Bewertung der Situation
Für Reisende nach Bangladesch besteht aufgrund der landesweit erhöhten Dengue-Aktivität ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die hohe Zahl von Krankenhausaufnahmen und die zunehmenden Todesfälle im September zeigen eine weiterhin intensive Übertragung. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Entsendungen über konsequenten Mückenschutz informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Tagsüber und in den frühen Abendstunden Repellents verwenden, langärmlige Kleidung tragen und möglichst mückengeschützte Unterkünfte nutzen. Bei Fieber während oder nach der Reise sollte zeitnah ärztliche Hilfe gesucht werden. Präexpositionelle Impfung (Grundimmunisierung benötigt 3 Monate!).
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Entsendungen über das aktuelle Dengue-Risiko informieren und geeignete persönliche Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche bereitstellen.
Quelle der Meldung
Directorate General of Health Services Bangladesh | The New Nation | United News of Bangladesh | Xinhua News Agency
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