Skip to main content

Bis zum 28.09.2026 wurden in der Region Souss-Massa in Marokko zwei familiäre Diphtherie-Cluster festgestellt. Eine Infektion wurde labordiagnostisch bestätigt, acht weitere Fälle befinden sich in Untersuchung, darunter zwei Todesfälle. Betroffen sind überwiegend Kinder, die nach ersten Angaben entweder nicht gegen Diphtherie geimpft waren oder die empfohlene Impfserie nicht vollständig erhalten hatten. Die Gesundheitsbehörden haben epidemiologische Untersuchungen, Kontaktverfolgung, vorbeugende Antibiotikagaben und Impfmaßnahmen eingeleitet.

Erreger: Corynebacterium diphtheriae, ein toxinbildendes Bakterium.

Übertragung: Vor allem durch Tröpfchen und engen Kontakt mit Erkrankten; auch über kontaminierte Gegenstände möglich.

Symptome: Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden und typische grau-weiße Beläge im Rachen; auch Hals- und Lymphknotenschwellungen können auftreten.

Komplikationen: Atemwegsverlegung, Herzmuskelentzündung, Nervenschäden und schwere Verläufe bis hin zum Tod.

Therapie: Möglichst frühzeitige Behandlung mit Diphtherie-Antitoxin und Antibiotika. Zusätzlich sind Isolation und die medizinische Überwachung von Kontaktpersonen wichtig. Diphtherie ist durch eine Impfung vermeidbar.

Bewertung der Situation

Die beiden familiären Cluster zeigen, dass es in der Region zu einer lokalen Übertragung gekommen ist. Besonders relevant ist der fehlende beziehungsweise unvollständige Impfschutz der betroffenen Kinder. Für Reisende ist das Risiko bei vollständigem Impfschutz gering; bei engem Kontakt zu Erkrankten besteht jedoch eine Infektionsmöglichkeit. Für Deutschland besteht derzeit kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko. Unternehmen sollten bei Entsendungen nach Marokko den Impfschutz der Beschäftigten überprüfen. Die WHO bewertet das Diphtherierisiko in der afrikanischen Region insgesamt weiterhin als relevant.

Empfehlungen

Reisende: Vor Reiseantritt den Diphtherie-Impfschutz überprüfen und eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Enge Kontakte zu Erkrankten vermeiden und bei Halsschmerzen, Fieber oder Schluckbeschwerden frühzeitig medizinische Hilfe suchen.

Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Beschäftigte über Übertragungswege und Hygienemaßnahmen informieren und insbesondere bei unklarem oder unvollständigem Impfschutz eine ärztliche Überprüfung vor der Entsendung veranlassen.

Quelle

SNRT News | Le360 | APAnews | WHO – Diphtheria

Ähnliche Meldungen

Dr. med Til Berger

Facharzt für Allgemeinmedizin
Betriebsmedizin
Flugmedizin
Diplom Tropenmedizin (BNI)

Bahnhofstraße 17
86551 Aichach

Sprechzeiten

  • Montag 08:30 Uhr – 12:00 Uhr und 13:00 Uhr – 16:00 Uhr
  • Dienstag 11:30 Uhr – 15:30 Uhr und 16:30 Uhr – 19:30 Uhr
  • Mittwoch 08:30 Uhr – 11:30 Uhr

Reisemedizinische Beratung und Reiseimpfungen

  • Reisemedizinische Beratung & Impfungen
  • Travel Risk Management/ Consulting
  • Gelbfieberimpfstelle
  • Malariaprophylaxe und -beratung
  • Beratung zu tropischen Infektionskrankheiten
  • Dengue Fieber / Dengue Impfung
  • Erstellung einer individuellen Reiseapotheke
  • Gesundheitsberatung für besondere Reisende
  • Tropentauglichkeit & Rückkehruntersuchung
  • Tauchtauglichkeitsuntersuchung (nach DGUV / GTÜM-Standard)
  • Höhenmedizinische Untersuchungen und Beratung
  • Tauglichkeit für Motorbootführerschein
  • Bescheinigungen & internationale Impfausweise
  • Beratung zur Gesundheitsinfrastruktur

Betriebsärztliche Betreuung

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Travel Risk Management (TRM)/ Consulting
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
  • Präventionsprogramme für Führungskräfte
  • Gesundheitsschutz bei Auslandentsendung
  • Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung
  • Regelmäßige Arbeitsschutz-Begehungen
  • Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung
  • Allgemeine Betriebsärztliche Sprechstunde
  • Beratung bei Schwangerschaft gem. Mutterschutzgesetz
  • Beratung und Sprechstunde im Rahmen der Wiedereingliederung
  • Alle Arbeitsmedizinische Vorsorgen nach Anlässen
  • Eignungsuntersuchungen, z.B. Tauglichkeit bei Absturzgefährdung
  • Schwerer Atemschutz (Feuerwehr, ehemals G26.3)
  • Führerscheinuntersuchungen für LKW nach FeV
  • Vorsorge für „Weltwärts“ Entsandte
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBU Psych)
  • Bildschirmarbeitsplatzvorsorge
  • Vorsorge bei Infektionsgefährdung gem. BioStoff Verordnung