Bis zum 23.08.2026 wurden in Nigeria 16.997 Diphtheriefälle und 596 Todesfälle gemeldet. Die fünf Bundesstaaten Kano, Bauchi, Katsina, Borno und Sokoto vereinen 90,4 % der Fälle auf sich. Am stärksten betroffen ist Kano mit 7.830 Fällen. In Plateau wurden bis zum 24.09.2026 zusätzlich 469 Verdachtsfälle und 31 Todesfälle gemeldet. Dort sind zehn Local Government Areas betroffen; allein Jos North verzeichnete 370 Fälle. Ein großer Teil der Erkrankten war ungeimpft oder hatte einen unbekannten Impfstatus.
Erreger: Corynebacterium diphtheriae, ein toxinbildendes Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch Tröpfchen und engen Kontakt mit Erkrankten; auch über kontaminierte Gegenstände möglich.
Symptome: Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden und charakteristische grau-weiße Beläge im Rachen.
Komplikationen: Atemwegsverlegung, Herzmuskelentzündung, Nervenschäden und bei schweren Verläufen Tod.
Therapie: Diphtherie-Antitoxin und Antibiotika; zusätzlich unterstützende Behandlung und Atemwegssicherung.
Bewertung der Situation
Die hohe Zahl an Erkrankungen und die Konzentration auf mehrere Bundesstaaten zeigen eine anhaltende Übertragung. Besonders relevant sind bestehende Impflücken: Von den erfassten Fällen waren 56,7 % ungeimpft, bei 31,2 % war der Impfstatus unbekannt. Gleichzeitig stieg die gemeldete Fallsterblichkeit im Jahresverlauf von 2,9 % auf 7,9 %. Die Aussagekraft ist wegen unterschiedlicher Fallklassifikationen und des geringen Anteils labordiagnostisch bestätigter Fälle eingeschränkt. Impfkampagnen und die Verbesserung der Behandlungskapazitäten sind zentrale Maßnahmen. Die Impfung gegen Diphtherie gehört zu den Standardimpfungen für Erwachsene in Deutschland, der Immunschutz muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt den Impfschutz überprüfen und erforderliche Auffrischungen durchführen lassen. Engen Kontakt zu Erkrankten vermeiden und bei Halsschmerzen, Fieber oder Schluckbeschwerden frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Bei Beschäftigten, die nach Nigeria entsandt werden, eine arbeitsmedizinische Vorsorge und Überprüfung des Impfschutzes sicherstellen. Beschäftigte über Übertragungswege und Hygienemaßnahmen informieren und bei Verdachtsfällen eine rasche medizinische Abklärung ermöglichen.
Quelle
Nigeria CDC | Federal Ministry of Health and Social Welfare Nigeria | WHO | Channels Television
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