In der Sissala-East-Municipality in der Upper-West-Region Ghanas wurden zwischen Ende August und Mitte September 2026 mindestens 21 Todesfälle gemeldet. Betroffen war überwiegend die nomadisch bzw. semi-nomadisch lebende Fulbe-Gemeinschaft. Die Erkrankten zeigten unter anderem Blutungen aus Nase und After sowie Bewusstlosigkeit. Bis zum 19. September bestätigten die Gesundheitsbehörden einen positiven Gelbfiebernachweis; vier Todesfälle wurden offiziell erfasst. Weitere sechs Proben wurden zur Untersuchung eingesandt. Verdachtsfälle wurden auch aus Sissala West und Wa West gemeldet.
Erreger: Das Gelbfiebervirus gehört zur Familie der Flaviviridae und kann eine schwere hämorrhagische Erkrankung mit Leber- und Organversagen verursachen.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch infizierte Stechmücken, insbesondere Aedes-Arten. In Westafrika können Menschenaffen als Reservoir eine Rolle spielen.
Symptome: Typisch sind plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Verläufen können Gelbsucht und Blutungen auftreten.
Komplikationen: Schwere Verläufe können zu Leber- und Nierenversagen, Gerinnungsstörungen, Blutungen, Bewusstseinsstörungen und Tod führen.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und intensivmedizinisch. Eine wirksame Impfung steht zur Prävention zur Verfügung.
Bewertung der Situation
Für Reisende nach Ghana besteht insbesondere in Regionen mit bestehender Gelbfieberübertragung ein relevantes Infektionsrisiko. Die Diskrepanz zwischen den 21 gemeldeten und vier offiziell erfassten Todesfällen erschwert derzeit die Einschätzung des tatsächlichen Ausmaßes. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung. Für Unternehmen mit entsandten Mitarbeitern ist insbesondere der Impfstatus vor der Reise zu prüfen.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen und den Gelbfieberimpfschutz prüfen. Zusätzlich konsequenten Mückenschutz mit Repellents, langärmliger Kleidung und mückengeschützten Unterkünften anwenden.
Unternehmen: Eine Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeiter vor Entsendungen über das aktuelle Infektionsrisiko, den erforderlichen Impfschutz und geeignete Maßnahmen zum Mückenschutz informieren.
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