In den USA wurden bis zum 17. September 2026 insgesamt 37 Hepatitis-A-Fälle in vier Bundesstaaten mit einem Ausbruch in Verbindung gebracht. Betroffen sind New York (27 Fälle), Pennsylvania (4), Massachusetts (3) und Minnesota (3). Die Erkrankungen traten zwischen dem 30. Juli 2025 und dem 23. Juni 2026 auf. 30 der 37 Erkrankten (81 %) wurden hospitalisiert, Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Als wahrscheinliche Infektionsquelle gelten importierte tiefgefrorene Concha-negra-Muscheln (Black Clams) aus Ecuador.
Erreger: Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht und führt zu einer akuten Entzündung der Leber.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, insbesondere durch kontaminierte Lebensmittel. Im aktuellen Ausbruch steht tiefgefrorenes Concha-negra-Muschelfleisch der Marke La Serranita aus Ecuador im Verdacht. Roh oder unzureichend gegarte Muscheln können HAV übertragen.
Symptome: Typisch sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, dunkler Urin, heller Stuhl und Gelbsucht. Die Inkubationszeit beträgt meist 15–50 Tage.
Komplikationen: Meist heilt die Erkrankung vollständig aus. In schweren Fällen können jedoch Leberversagen und Tod auftreten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit chronischen Lebererkrankungen.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und unterstützend. Eine Impfung schützt vor Hepatitis A.
Bewertung der Situation
Für Reisende in die betroffenen US-Bundesstaaten besteht insbesondere beim Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Muscheln und Meeresfrüchten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das betroffene Produkt wurde in sechs Bundesstaaten vertrieben und möglicherweise weiter verteilt. Für Deutschland ergeben sich aus den vorliegenden Meldungen keine Hinweise auf ein entsprechendes lokales Ausbruchsgeschehen. Unternehmen sollten entsandte Mitarbeiter über das Risiko kontaminierter Lebensmittel informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Reisende sollten rohe oder unzureichend gegarte Muscheln und Meeresfrüchte meiden und auf konsequente Lebensmittel- und Handhygiene achten. Bei möglicher Exposition innerhalb der letzten 14 Tage sollte bei fehlender Impfung ärztlich abgeklärt werden, ob eine Postexpositionsprophylaxe erforderlich ist.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Entsendungen über das aktuelle Infektionsrisiko informieren und auf die Bedeutung von Lebensmittelhygiene sowie gegebenenfalls eines bestehenden Hepatitis-A-Impfschutzes hinweisen.
Quelle der Meldung
CDC | FDA | CIDRAP | Food Safety News
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