Am 12.09.2026 wurde bei 72 Rindern im Bezirk Tüshig der Provinz Selenge, nahe der russischen Grenze, die Maul- und Klauenseuche (MKS) vom Serotyp SAT1 nachgewiesen. Die Infektion wurde am 14.09.2026 mittels RT-PCR bestätigt. Todesfälle, Keulungen oder Schlachtungen wurden bislang nicht gemeldet. Das betroffene Gebiet liegt nur etwa 4,5 km von der Grenze zur russischen Republik Burjatien entfernt. Maßnahmen wie Bewegungseinschränkungen, Untersuchungen, Desinfektion und Zonierung wurden eingeleitet.
Erreger: Maul- und Klauenseuche-Virus (FMDV), Serotyp SAT1.
Übertragung: Hoch ansteckend zwischen empfänglichen Klauentieren; unter anderem durch direkten Tierkontakt sowie kontaminierte Fahrzeuge, Geräte, Personen, Futtermittel und tierische Produkte.
Symptome: Fieber, Bläschen und Erosionen im Maul- und Klauenbereich, Speichelfluss und Lahmheit.
Komplikationen: Vor allem bei Jungtieren können schwere Verläufe und hohe Verluste auftreten; erwachsene Tiere überleben die Infektion meist, zeigen jedoch erhebliche Leistungseinbußen.
Therapie: Keine spezifische antivirale Therapie; Bekämpfung durch Biosicherheit, Bewegungsbeschränkungen, Überwachung, Keulung betroffener Bestände und Impfung.
Bewertung der Situation
Der Nachweis von SAT1 in Selenge stellt wegen der unmittelbaren Nähe zur russischen Grenze ein besonderes veterinärmedizinisches Risiko dar. Ein Übergreifen auf Russland ist bislang nicht bestätigt. Gleichzeitig ist SAT1 in der Mongolei 2026 bereits in weiteren Regionen nachgewiesen worden. Die Nähe zu Burjatien erhöht die Bedeutung der grenzüberschreitenden Überwachung von Tierbeständen und Tierbewegungen. Eine genetische Untersuchung des Virus könnte klären, ob Zusammenhänge mit anderen SAT1-Ausbrüchen in Asien bestehen.
Empfehlungen
Reisende: Kontakte zu landwirtschaftlichen Betrieben und empfänglichen Nutztieren in betroffenen Gebieten vermeiden. Keine tierischen Produkte oder Lebensmittel unbekannter Herkunft über Grenzen mitführen und nach Tierkontakten auf sorgfältige Reinigung und Desinfektion von Schuhen und Kleidung achten. Halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen der Seuchenschutzbehörde.
Unternehmen: Unternehmen mit Beschäftigten im Agrar-, Veterinär- oder Logistikbereich sollten arbeitsmedizinische Vorsorge und geeignete Hygienemaßnahmen sicherstellen. Bei Tätigkeiten in betroffenen Regionen sind Tierkontakte und der Kontakt zu potenziell kontaminierten Materialien möglichst zu vermeiden. Transport- und Lieferketten sollten die geltenden veterinärrechtlichen Bewegungsbeschränkungen beachten.
Quelle
WOAH-WAHIS | WOAH – FMD control programmes | FAO – Unterstützung der Mongolei bei der Reaktion auf FMD SAT1
Ähnliche Meldungen
Chikungunya, Costa Rica
Bis zum 17.09.2026 wurden in Costa Rica 367 Chikungunya-Fälle im Jahr 2026 gemeldet. In Pavas in der Provinz San José wurde ein lokaler Ausbruch bestätigt. Von 22 untersuchten Personen waren zwölf…
Klebsiella-Pneumonien bei Neugeborenen, Mexiko
Zwischen dem 01. und 19.09.2026 wurden auf der neonatologischen Intensivstation (NICU) des General Hospital Zone No. 1 in Durango, Mexiko, 11 schwer erkrankte Neugeborene behandelt. Fünf Kinder…
Anthrax, Sambia
Bis zum 21.09.2026 wurden im Distrikt Mpika in der Provinz Muchinga, Sambia, 21 humane Anthrax-Fälle registriert. Gleichzeitig wurden 59 Wildtiere tot aufgefunden, darunter 46 Flusspferde, fünf…
Mpox, Angola
Bis zum 23.09.2026 wurden in Angola 19 neue Mpox-Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Damit stieg die Zahl der aktiven Fälle auf 107. Die neuen Fälle wurden in acht Provinzen registriert. Seit…



