Côte d’Ivoire meldet einen anhaltenden Gelbfieberausbruch. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis zum 19. Oktober 2026 landesweit 69 Erkrankungsfälle, darunter 29 bestätigte Fälle, und 22 Todesfälle registriert. Betroffen sind mehrere Gesundheitsdistrikte, darunter Danané, San Pedro, Toulepleu und Kong. In der Region Bounkani wurden während der epidemiologischen Wochen 41 und 42 insgesamt 13 Verdachtsfälle festgestellt, darunter fünf bestätigte Fälle.
Am 23. Oktober begann in den Gesundheitsdistrikten Téhini und Doropo in der Region Bounkani eine kostenlose Impfkampagne. Sie richtet sich an Einwohner im Alter von neun Monaten bis 59 Jahren und soll bis zum 1. November 2026 dauern. Die verfügbaren Angaben zu Fallzahlen und Todesfällen sind teilweise widersprüchlich beziehungsweise nicht vollständig nach diagnostischer Bestätigung aufgeschlüsselt.
Gelbfieber wird durch das Gelbfiebervirus verursacht, ein RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Stechmücken, in Afrika insbesondere durch Aedes-Arten. Je nach Übertragungszyklus können Menschen im Wald, in Waldnähe oder in besiedelten Gebieten infiziert werden.
Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich drei bis sechs Tage. Die Erkrankung kann mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen beginnen. Schwere Verläufe führen zu Gelbsucht, Blutungen, Leber- und Nierenversagen sowie Kreislaufschock. Ein erheblicher Anteil der Patienten mit schwerer Erkrankung verstirbt. Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht; die Behandlung erfolgt unterstützend und bei schweren Verläufen intensivmedizinisch.
Die Gelbfieberimpfung ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Bei 80–100 % der Geimpften entwickelt sich innerhalb von zehn Tagen eine schützende Immunität.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung: Die Todesfälle und die Verteilung auf mehrere Gesundheitsdistrikte weisen auf eine relevante Gesundheitsgefahr hin. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Personen. Lücken in der Überwachung und begrenzte Behandlungskapazitäten erschweren die frühzeitige Erkennung und Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten. Landwirte gehören laut Meldung zu den besonders betroffenen Berufsgruppen.
Reisende: Für nicht immunisierte Reisende besteht ein relevantes Infektionsrisiko. Da Fälle in mehreren Landesteilen auftreten, ist die Gefährdung nicht auf die Region Bounkani beschränkt. Neben der Impfung ist konsequenter Mückenschutz erforderlich.
Deutschland: Importierte Gelbfieberfälle sind möglich. Eine dauerhafte Übertragung in Deutschland ist aufgrund fehlender etablierter Übertragungszyklen derzeit nicht zu erwarten. Für die Einreise nach Deutschland bestehen keine allgemeinen Gelbfieberimpfvorschriften; für die Einreise nach Côte d’Ivoire gelten hingegen entsprechende internationale Impfbestimmungen.
Unternehmen: Entsendungen, insbesondere in ländliche Gebiete, landwirtschaftliche Betriebe und Waldregionen, erfordern eine sorgfältige reisemedizinische Risikobewertung. Schwere Erkrankungen können längere Arbeitsausfälle und aufwendige medizinische Evakuierungen verursachen.
Empfehlungen
Für Reisende
- Gelbfieberimpfung vor der Reise prüfen und bei fehlender Immunisierung rechtzeitig durchführen lassen, sofern keine medizinischen Kontraindikationen bestehen.
- Die Impfung muss bei erstmaliger Impfung grundsätzlich mindestens zehn Tage vor Einreise erfolgt sein, damit der internationale Impfnachweis gültig ist.
- Tagsüber und nachts konsequenter Mückenschutz.
- Bei Fieber während oder nach der Reise unverzüglich medizinische Hilfe suchen und auf den Aufenthalt in Côte d’Ivoire hinweisen.
Für Unternehmen
- Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
- Reiseziele und Tätigkeiten anhand der aktuellen regionalen Lage bewerten.
- Mückenschutz, geeignete Unterkünfte und Aufklärung der Beschäftigten sicherstellen.
- Medizinische Anlaufstellen und Notfall- beziehungsweise Evakuierungsverfahren vorab festlegen.
Quelle der Meldung
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