Honduras verzeichnet laut Gesundheitsministerium (SESAL) bis zur epidemiologischen Woche 18 (03.–09.05.2026) insgesamt 3035 Verdachtsfälle von Denguefieber. Davon entfielen 2285 Fälle auf Dengue ohne Warnzeichen, 698 Fälle mit Warnzeichen und 52 Fälle auf schwere Dengue-Verläufe. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.
Der Serotyp DENV-3 zirkuliert derzeit im Land und wird mit einem erhöhten Risiko schwerer Krankheitsverläufe in Verbindung gebracht, insbesondere bei Personen mit früheren Dengue-Infektionen. Besonders betroffen sind die Departments Francisco Morazán und Cortés, auf die rund 88 % der gemeldeten Fälle entfallen.
Die Gesundheitsbehörden verstärken Präventionsmaßnahmen wie Mückenbekämpfung, Beseitigung von Brutstätten, Fumigationskampagnen und epidemiologische Überwachung, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Regenzeit (Mai–November), die die Ausbreitung von Aedes-Mücken begünstigt.
Erreger: Dengue-Virus (DENV-1 und DENV-3 zirkulieren aktuell)
Übertragung: Durch Stiche infizierter Aedes-Mücken (v. a. Aedes aegypti)
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage nach Mückenstich
Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit, retroorbitale Schmerzen
Komplikationen: Schwere Dengue-Verläufe mit Blutungen, Schocksyndrom und Organbeteiligung möglich
Therapie: Symptomatische Behandlung und Flüssigkeitstherapie; keine spezifische antivirale Therapie
Bewertung der Situation
Die Fallzahlen liegen derzeit unter dem Niveau des Vorjahres, dennoch besteht aufgrund der beginnenden Regenzeit ein erhöhtes Risiko für eine weitere Zunahme der Übertragung. Die Zirkulation von DENV-3 ist epidemiologisch relevant, da bei Personen mit früheren Dengue-Infektionen das Risiko schwerer Verläufe durch antikörperabhängige Verstärkung erhöht sein kann.
Die Konzentration der Fälle in dicht besiedelten urbanen Regionen spiegelt die starke Anpassung von Aedes aegypti an häusliche und städtische Umgebungen wider. Obwohl bislang keine Todesfälle registriert wurden, könnten steigende Fallzahlen die Gesundheitsversorgung insbesondere in periurbanen und ländlichen Regionen belasten.
Empfehlungen
Reisende: Konsequenter Mückenschutz durch Repellentien, lange Kleidung und Moskitonetze; Ansammlungen stehenden Wassers vermeiden; bei Fieber nach Aufenthalt frühzeitig medizinische Abklärung veranlassen. Impfung gegen Dengue erwägen
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende über Dengue-Risiken und Mückenschutzmaßnahmen informieren; Unterkünfte mit wirksamen Schutzmaßnahmen gegen Mücken auswählen; arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Travel Health Risk Management etablieren
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