In der Provinz Oristano auf Sardinien wurde der erste laborbestätigte Fall einer West-Nil-Virus-Infektion (WNV) in Italien im Jahr 2026 registriert. Betroffen ist eine über 60-jährige Person, die mit hohem Fieber und Kopfschmerzen hospitalisiert wurde und inzwischen wieder in stabilem Zustand entlassen werden konnte.
Der Fall wurde bereits Mitte Mai festgestellt und damit deutlich früher als der übliche saisonale Beginn der West-Nil-Saison in Italien. Die lokalen Gesundheitsbehörden weisen darauf hin, dass das Virus bereits in der Region zirkuliert und haben Präventionsmaßnahmen verstärkt. Oristano gilt seit Jahren als endemisches Gebiet für West-Nil-Virus-Infektionen.
Erreger: West-Nil-Virus (Flavivirus).
Übertragung: Durch Stiche infizierter Stechmücken, vor allem der Gattung Culex. Vögel dienen als natürliches Reservoir.
Inkubationszeit: Meist 2–14 Tage.
Symptome: Häufig symptomlos; möglich sind Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen.
Komplikationen: Besonders bei älteren oder immungeschwächten Personen Risiko schwerer neurologischer Verläufe (z. B. Meningitis oder Enzephalitis).
Therapie: Keine spezifische antivirale Therapie; Behandlung erfolgt symptomatisch und unterstützend.
Bewertung der Situation
Der frühe Nachweis eines West-Nil-Falls deutet darauf hin, dass die Mückenaktivität und Viruszirkulation in Sardinien bereits ungewöhnlich früh begonnen haben. Dies könnte mit milden Winterbedingungen und höheren Temperaturen zusammenhängen.
Für die Bevölkerung vor Ort besteht insbesondere in den Sommermonaten ein erhöhtes Risiko für weitere Infektionen. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe.
Für Reisende nach Sardinien besteht derzeit ein geringes bis moderates Risiko, insbesondere bei unzureichendem Mückenschutz. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Konsequenter Schutz vor Mückenstichen durch Repellents, lange Kleidung, Moskitonetze und Fliegengitter. Ansammlungen von stehendem Wasser vermeiden bzw. beseitigen. Besonders gefährdete Personen: Ältere Menschen und immungeschwächte Personen sollten Mückenexposition möglichst reduzieren.
Unternehmen: Mitarbeitende in betroffenen Regionen über Mückenschutzmaßnahmen informieren und entsprechende Schutzmittel bereitstellen.
Quelle der Meldung
ANSA / ASL Oristano / rainews
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