In der Provinz Dong Thap im Süden Vietnams wurde Mitte Juni 2026 ein größerer Salmonellose-Ausbruch im Zusammenhang mit dem Verzehr von Banh-Mi-Sandwiches einer Filiale der Bäckereikette Hong Ngoc gemeldet. Der Ausbruch begann am 16.06.2026. Bis zum 20.06.2026 wurden insgesamt 290 bis 303 Erkrankungsfälle registriert, die in acht Krankenhäusern innerhalb und außerhalb der Provinz behandelt wurden.
Laboruntersuchungen ergaben bei 25 von 36 getesteten Patientenproben einen Nachweis von Salmonella spp. Lebensmittelproben der verdächtigten Produktionscharge konnten nicht mehr untersucht werden, da die betreffenden Produkte bereits vollständig verkauft waren. Als mögliche Infektionsquelle wird insbesondere die hausgemachte Leberpastete (Pâté) vermutet.
Sechs schwer erkrankte Patienten mussten in ein spezialisiertes Kinderkrankenhaus in Ho-Chi-Minh-Stadt verlegt werden. Die Mehrzahl der Betroffenen befand sich jedoch in stabilem Zustand.
Die betroffene Filiale Hong Ngoc 37 wurde am 16.06.2026 behördlich geschlossen. Bereits in den Jahren 2024 und 2026 waren andere Filialen derselben Bäckereikette mit größeren lebensmittelbedingten Salmonellen-Ausbrüchen in Verbindung gebracht worden.
Erreger: Salmonella spp. (nicht-typhoidale Salmonellen).
Übertragung: Aufnahme kontaminierter Lebensmittel, insbesondere unzureichend erhitzter tierischer Produkte oder durch Kreuzkontamination bei der Lebensmittelzubereitung.
Inkubationszeit: Meist 6–72 Stunden, typischerweise 12–36 Stunden.
Symptome: Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schwächegefühl und Flüssigkeitsverlust. In schweren Fällen kann es zu Dehydratation oder invasiven Infektionen kommen.
Therapie: Vorwiegend symptomatische Behandlung mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich. Antibiotika werden nur bei schweren Verläufen oder Risikopatienten eingesetzt.
Bewertung der Situation
Die hohe Zahl laborbestätigter Salmonellen-Nachweise spricht für einen klaren lebensmittelbedingten Punktquellenausbruch. Aufgrund fehlender Rückstellproben konnte die genaue Kontaminationsquelle jedoch bislang nicht zweifelsfrei identifiziert werden.
Besonders relevant ist die wiederholte Beteiligung derselben Bäckereikette an größeren lebensmittelbedingten Ausbrüchen innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Dies deutet auf mögliche systematische Defizite bei Hygiene, Qualitätskontrolle oder Lebensmittelsicherheit hin.
Obwohl bislang keine Todesfälle gemeldet wurden, zeigt die Verlegung mehrerer schwer erkrankter Patienten in spezialisierte Kliniken, dass großflächige lebensmittelbedingte Ausbrüche erhebliche Belastungen für das regionale Gesundheitssystem verursachen können.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. In Vietnam sollten insbesondere Straßenverpflegung und Lebensmittel mit rohen oder unzureichend gekühlten Zutaten sorgfältig ausgewählt werden. Regelmäßige Händehygiene sowie der Verzehr frisch zubereiteter und ausreichend erhitzter Speisen werden empfohlen.
Unternehmen mit Entsendungen nach Vietnam: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Risiken lebensmittelbedingter Infektionen informiert werden. Bei Durchfallerkrankungen während oder nach dem Aufenthalt ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten; schwere oder anhaltende Beschwerden sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden.
Quelle der Meldung
Vietnam Food Safety Authority / VnExpress International / Tien Phong
Ähnliche Meldungen
KEIN Mumpsausbruch, Baku
In sozialen Medien kursierten Meldungen über einen angeblichen größeren Mumpsausbruch (epidemische Parotitis) in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Das Gesundheitsministerium…
Hantavirus-Infektion, Lwiw/ Ukraine
In der ukrainischen Oblast Lwiw wurde erstmals im Jahr 2026 ein laborbestätigter Fall eines Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS) durch ein Hantavirus gemeldet. Betroffen ist ein…
Malaria-Anstieg, Angola
Die Provinz Malanje in Angola verzeichnete im Zeitraum Januar bis Juni 2026 insgesamt 523.064 diagnostizierte Malariafälle sowie 418 Todesfälle. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres…
Chikungunya-Ausbruch, Französisch-Guayana
In Französisch-Guayana wurden bis zum 16.07.2026 insgesamt 1.157 laborbestätigte Chikungunya-Fälle registriert. Die höchsten wöchentlichen Fallzahlen wurden zwischen den epidemiologischen Wochen 18…



