In Französisch-Guayana wurden bis zum 16.07.2026 insgesamt 1.157 laborbestätigte Chikungunya-Fälle registriert. Die höchsten wöchentlichen Fallzahlen wurden zwischen den epidemiologischen Wochen 18 und 20 mit bis zu 105 bestätigten Fällen erreicht. Anschließend gingen die Meldungen zurück, wobei die jüngsten Daten noch vorläufig sind. Insgesamt mussten 210 wahrscheinliche oder bestätigte Patienten stationär behandelt werden. Von 208 ausgewerteten Hospitalisierungen verliefen 84 % unkompliziert, 10 % zeigten ungewöhnliche Krankheitsverläufe und 5 % schwere Verläufe. Zwei Patienten benötigten intensivmedizinische Behandlung, bei 17 trat Organversagen auf. Mehr als die Hälfte der hospitalisierten Personen wiesen Vorerkrankungen oder Risikofaktoren auf, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Schwangerschaft oder Sichelzellerkrankung. Zudem wurde eine Mutter-Kind-Übertragung registriert. Zwei Todesfälle traten bei infizierten Personen auf, wurden jedoch nicht auf Chikungunya zurückgeführt.
Erreger: Chikungunya-Virus (CHIKV).
Übertragung: Stich infizierter Aedes-Mücken (vor allem Aedes aegypti).
Inkubationszeit: Meist 2–7 Tage.
Symptome: Plötzliches hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Müdigkeit.
Komplikationen: Schwere Verläufe mit Organversagen oder neurologischen Komplikationen sind selten, treten jedoch insbesondere bei Risikopersonen auf. Gelenkbeschwerden können über Monate anhalten.
Therapie: Es existiert keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie erfolgt symptomatisch mit Flüssigkeitszufuhr, Schmerzmitteln und unterstützenden Maßnahmen. Allerdings steht ein wirksamer präexpositioneller Impfstoff zur Verfügung
Bewertung der Situation
Die Übertragung hält insbesondere in den Regionen Western Coast, Savanes und auf Cayenne Island an. Trotz sinkender Laborbestätigungen ist aufgrund eingeschränkter Testungen in Epidemiegebieten weiterhin von einer aktiven Viruszirkulation auszugehen. Für die lokale Bevölkerung besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere für Schwangere, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Reisende in betroffene Gebiete haben ein erhöhtes Risiko für Mückenstiche. Für Deutschland besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Konsequenter Schutz vor Mückenstichen durch Repellentien, lange Kleidung und Schlafen unter Moskitonetzen. Impfung gegen Chikungunya. Aufenthalte in mückenreichen Gebieten möglichst vermeiden und bei Fieber oder starken Gelenkschmerzen nach der Reise ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Impfung ermöglichen. Mitarbeitende vor Dienstreisen nach Französisch-Guayana über das Infektionsrisiko informieren und geeignete Maßnahmen zum Mückenschutz bereitstellen. Erkrankte Rückkehrende sollten frühzeitig medizinisch abgeklärt werden.
Quelle der Meldung
Agence Régionale de Santé (ARS) Guyane | Santé publique France | Entrevue
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