Im El-Zapotal-Naturreservat im mexikanischen Bundesstaat Chiapas wurden bei zwei Wildvögeln im Rahmen eines routinemäßigen Überwachungsprogramms vorläufige Laborbefunde festgestellt, die mit einer Aviären Influenza vereinbar sind. Die Proben wurden im Miguel-Álvarez-del-Toro-Zoo (ZooMAT) entnommen, der sich innerhalb des Schutzgebietes befindet. Eine Bestätigung sowie die Bestimmung des Virussubtyps durch die nationale Veterinärbehörde (SENASICA) stehen noch aus. Bislang wurden weder Tierverluste noch Infektionen beim Menschen gemeldet. Vorsorglich wurden Biosicherheitsmaßnahmen verschärft, die epidemiologische Überwachung intensiviert und der Besucherzugang zum Zoo teilweise eingeschränkt.
Erreger: Aviäre Influenza-A-Viren (Orthomyxoviridae); der Virussubtyp ist bislang nicht bestimmt. In Mexiko zirkulieren derzeit insbesondere die hochpathogenen Subtypen A(H5N1) und A(H7N3).
Übertragung: Vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Wild- oder Hausvögeln, deren Kot oder kontaminierten Oberflächen. Eine Übertragung auf den Menschen ist selten und erfolgt in der Regel nur nach engem Kontakt zu infizierten Vögeln.
Inkubationszeit: Beim Menschen meist 2–8 Tage, abhängig vom Virussubtyp.
Symptome: Bei Vögeln können Atemwegsbeschwerden, neurologische Symptome, Leistungsschwäche und erhöhte Sterblichkeit auftreten. Beim Menschen reichen die Symptome von Fieber, Husten und Halsschmerzen bis hin zu schweren Lungenentzündungen.
Komplikationen: Schwere Pneumonie, akutes Atemnotsyndrom (ARDS), Multiorganversagen und in Einzelfällen tödliche Verläufe.
Therapie: Beim Menschen frühzeitige antivirale Behandlung (z. B. mit Neuraminidasehemmern wie Oseltamivir) sowie symptomatische und intensivmedizinische Versorgung bei schweren Verläufen. Für betroffene Vogelbestände stehen Biosicherheitsmaßnahmen und gegebenenfalls Keulungen im Vordergrund.
Bewertung der Situation
Der Nachweis erfolgte im Rahmen eines funktionierenden Wildvogelmonitorings und ist bislang lediglich vorläufig. Weder der Virussubtyp noch eine hochpathogene Variante wurden bisher bestätigt. Aufgrund der Lage an der Schnittstelle zwischen Wildvögeln und Zootieren besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für eine Übertragung auf gehaltene Vogelbestände. Mexiko verzeichnet bereits seit mehreren Jahren Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza H5N1 und H7N3 bei Wild- und Hausvögeln, sodass der aktuelle Befund in das bekannte epidemiologische Geschehen passt und derzeit keinen Hinweis auf ein neues Virusereignis darstellt. Für die Allgemeinbevölkerung und Reisende besteht nach aktuellem Kenntnisstand nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Der Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln sollte vermieden werden. Die vor Ort geltenden Zugangsbeschränkungen und Biosicherheitsmaßnahmen sind zu beachten. Nach Kontakt mit erkrankten Vögeln und dem Auftreten von Fieber oder Atemwegssymptomen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Mexiko: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Für Geschäftsreisende besteht derzeit kein erhöhtes Risiko. Mitarbeitende mit beruflichem Kontakt zu Vögeln oder Geflügel sollten konsequent die geltenden Hygienemaßnahmen und Biosicherheitsvorgaben einhalten. Ein routinemäßiger Einsatz besonderer Schutzmaßnahmen für andere Reisende ist derzeit nicht erforderlich.
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