In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) wurden bis zum 2. Juli 2026 insgesamt 1.502 bestätigte Erkrankungsfälle der durch das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) verursachten Ebolavirus-Erkrankung sowie 473 Todesfälle registriert. Allein innerhalb von 24 Stunden kamen 42 neue Fälle und 26 Todesfälle hinzu. Der Schwerpunkt des Ausbruchs liegt in der Provinz Ituri, daneben sind Nord-Kivu und Süd-Kivu betroffen. In Uganda wurden bislang 20 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle gemeldet, die epidemiologisch mit dem Ausbruch in der DR Kongo in Verbindung stehen. Seit dem 21. Juni 2026 wurden dort keine neuen Fälle registriert. Am 2. Juli 2026 begann zudem die WHO-gestützte klinische PARTNERS-Studie, in der erstmals mögliche Behandlungen mit monoklonalen Antikörpern und Remdesivir untersucht werden. Eine zugelassene spezifische Therapie gegen das Bundibugyo-Ebolavirus existiert derzeit nicht.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV), behülltes RNA-Virus aus der Familie der Filoviridae.
Übertragung: Direkter Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Gewebe infizierter Menschen oder Tiere sowie über kontaminierte Gegenstände. Erkrankte sind erst nach Symptombeginn ansteckend.
Inkubationszeit: Etwa 2 bis 21 Tage.
Symptome: Plötzliches hohes Fieber, starke Kopf- und Muskelschmerzen, Schwäche, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf können Blutungen, Schock und Multiorganversagen auftreten.
Komplikationen: Schwere hämorrhagische Verläufe, Organversagen und Tod. Die derzeitige Fallsterblichkeit liegt bei rund 31,5 %.
Therapie: Eine zugelassene spezifische Therapie gegen das Bundibugyo-Ebolavirus steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Kreislaufstabilisierung sowie Behandlung von Komplikationen. Im Rahmen der PARTNERS-Studie werden erstmals potenzielle antivirale Therapien untersucht.
Bewertung der Situation
Der aktuelle Ausbruch ist der bislang größte bekannte Ausbruch der Bundibugyo-Ebolavirus-Erkrankung. Die hohe Zahl an Neuerkrankungen und die anhaltende Übertragung in mehreren Provinzen der DR Kongo zeigen, dass die Epidemie weiterhin außer Kontrolle ist. Bewaffnete Konflikte, eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten und unvollständige Kontaktverfolgung erschweren die Eindämmung erheblich. Ausserdem stellt Ebola nur eines vorn vielen gesundheitlichen Problemen der Region dar. Die grenzüberschreitende Ausbreitung nach Uganda sowie ein importierter Fall bei einem aus der DR Kongo zurückkehrenden Arzt in Frankreich verdeutlichen das Risiko internationaler Einschleppungen. Die WHO bewertet das Risiko für die DR Kongo als sehr hoch, für Uganda und angrenzende Staaten als hoch, das globale Risiko derzeit jedoch als niedrig. Inzwischen führen einige Staaten nationale Beschränkungen und Kontrollen für Reisende aus der Region ein.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reisen in die betroffenen Regionen der DR Kongo und nach Westuganda wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Direkter Kontakt mit Erkrankten, Verstorbenen sowie Wildtieren sollte vermieden werden. Auf konsequente Händehygiene achten und medizinische Einrichtungen nur bei Bedarf aufsuchen. Bei Fieber oder anderen Krankheitssymptomen innerhalb von 21 Tagen nach Rückkehr sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und auf den Aufenthalt in den betroffenen Gebieten hingewiesen werden.
Unternehmen mit Entsendungen in die DR Kongo oder nach Uganda: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten umfassend über Übertragungswege, Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Verdachtsfällen informiert werden. Für medizinisches und humanitäres Personal sind geeignete persönliche Schutzausrüstung sowie klare Notfall- und Evakuierungspläne erforderlich. Rückkehrende Mitarbeitende sollten während der Inkubationszeit auf Krankheitssymptome überwacht werden.
Quelle der Meldung
WHO Disease Outbreak News | Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo (INSP)
Ähnliche Meldungen
KEIN Mumpsausbruch, Baku
In sozialen Medien kursierten Meldungen über einen angeblichen größeren Mumpsausbruch (epidemische Parotitis) in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Das Gesundheitsministerium…
Hantavirus-Infektion, Lwiw/ Ukraine
In der ukrainischen Oblast Lwiw wurde erstmals im Jahr 2026 ein laborbestätigter Fall eines Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS) durch ein Hantavirus gemeldet. Betroffen ist ein…
Malaria-Anstieg, Angola
Die Provinz Malanje in Angola verzeichnete im Zeitraum Januar bis Juni 2026 insgesamt 523.064 diagnostizierte Malariafälle sowie 418 Todesfälle. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres…
Chikungunya-Ausbruch, Französisch-Guayana
In Französisch-Guayana wurden bis zum 16.07.2026 insgesamt 1.157 laborbestätigte Chikungunya-Fälle registriert. Die höchsten wöchentlichen Fallzahlen wurden zwischen den epidemiologischen Wochen 18…



