In mehreren Rinderhaltungen der Distrikte Cerrito und Laureles im Departamento Ñeembucú (Paraguay) wurde am 04.07.2026 Rindertollwut (bovine Rabies) als Todesursache bei über 30 Rindern labordiagnostisch bestätigt. Die betroffenen Tiere zeigten Gangstörungen sowie eine fortschreitende Lähmung der Hintergliedmaßen, bevor sie verendeten.
Tollwut wird durch das Rabiesvirus verursacht und ist eine nahezu immer tödlich verlaufende Viruserkrankung des zentralen Nervensystems. In ländlichen Regionen Südamerikas erfolgt die Übertragung bei Nutztieren überwiegend durch Bisse blutsaugender Vampirfledermäuse, seltener durch andere Wildtiere. Die Erkrankung kann als Zoonose auch auf den Menschen übertragen werden, insbesondere durch Kontakt mit infektiösem Speichel oder Nervengewebe infizierter Tiere. Nach Symptombeginn verläuft die Erkrankung beim Menschen fast immer tödlich, eine rechtzeitig eingeleitete Postexpositionsprophylaxe kann jedoch eine Erkrankung verhindern.
Die paraguayische Tiergesundheitsbehörde (SENACSA) leitete Impfmaßnahmen für Tierbestände ein, führte Aufklärungsveranstaltungen durch und forderte Personen mit Kontakt zu erkrankten Tieren auf, sich medizinisch untersuchen zu lassen. Zudem wurde landesweit zur sofortigen Meldung neurologisch auffälliger Tiere aufgerufen.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch betrifft mehrere Distrikte und weist auf eine aktive Viruszirkulation hin. Als Ursprung werden lokale Fledermauspopulationen vermutet. Für die einheimische Bevölkerung besteht insbesondere für Landwirte, Tierhalter, Tierärzte und andere Personen mit engem Tierkontakt ein erhöhtes Expositionsrisiko. Zudem sind wirtschaftliche Verluste in der Rinderhaltung zu erwarten.
Für Reisende ist das allgemeine Risiko unverändert, sofern kein Kontakt zu Nutztieren oder Fledermäusen besteht. Personen mit beruflichem oder touristischem Aufenthalt in ländlichen Regionen und Tierkontakt sollten jedoch erhöhte Vorsicht walten lassen.
Für Deutschland besteht kein unmittelbares gesundheitliches Risiko. Unternehmen mit landwirtschaftlichen Aktivitäten oder Mitarbeitenden im betroffenen Gebiet sollten die Situation beobachten und Schutzmaßnahmen für exponierte Beschäftigte sicherstellen.
Empfehlungen
Reisende sollten den Kontakt zu jeglichen Säugetieren (inkl. Fledermäusen) vermeiden. Nach jedem Tierbiss oder Kontakt mit Speichel oder Nervengewebe verdächtiger Tiere ist unverzüglich eine medizinische Abklärung zur möglichen Postexpositionsprophylaxe erforderlich. Eine präexpositionelle Tollwutimpfung sollte erwogen werden.
Unternehmen sollten Mitarbeitende über das Tollwutrisiko informieren, geeignete persönliche Schutzausrüstung bei Tierkontakt bereitstellen, Expositionen konsequent melden und eine rasche medizinische Abklärung nach möglichen Kontakten sicherstellen. Betriebe mit Nutztierhaltung sollten Impf- und Überwachungsmaßnahmen der zuständigen Behörden unterstützen.
Quelle der Meldung
Hoy 5.7.26 | Hoy 3.7.26 | National Animal Quality and Health Service (SENACSA)
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