In Thailand wurden in den Provinzen Rayong sowie in Teilen von Bangkok und der Nachbarprovinz Samut Prakan aufgrund eines Tollwutausbruchs bei Tieren zeitlich befristete Epidemiezonen eingerichtet. In Rayong wurden mehrere mit Tollwut infizierte Hunde nachgewiesen. Drei Personen, die von einem bestätigten tollwütigen Hund gebissen wurden, erhielten umgehend eine Postexpositionsprophylaxe (PEP). Zudem wurden gefährdete Haustiere vorsorglich geimpft. In den betroffenen Gebieten gelten für 30 Tage Einschränkungen für die Verbringung von Hunden, Katzen und anderen Säugetieren.
Tollwut ist eine durch das Rabiesvirus verursachte Virusinfektion. Die Erkrankung (=Entwicklung von Symptomen) ist immer tödlich. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Bisse infizierter Tiere, insbesondere Hunde, seltener durch Kontakt infektiösen Speichels mit verletzter Haut oder Schleimhäuten. Anfangssymptome sind Fieber, Schmerzen und Missempfindungen an der Bissstelle, später folgen neurologische Symptome wie Unruhe, Schluckstörungen, Krämpfe und Lähmungen. Nach Symptombeginn ist keine wirksame Therapie verfügbar. Eine sofortige Wundreinigung und eine rechtzeitig eingeleitete PEP können eine Erkrankung verhindern.
Bewertung der Situation
Thailand zählt weiterhin zu den Ländern mit endemischem Tollwutvorkommen. Der aktuelle Anstieg entspricht einem bekannten saisonalen Muster und deutet derzeit nicht auf eine grundlegende Verschlechterung der epidemiologischen Lage hin. Die Behörden reagieren mit Tierüberwachung, Impfmaßnahmen und Bewegungseinschränkungen. Herausforderungen bestehen insbesondere bei der flächendeckenden Umsetzung der Maßnahmen und der Sicherstellung eines schnellen Zugangs zur PEP.
Für die einheimische Bevölkerung besteht insbesondere in den betroffenen Regionen ein erhöhtes Expositionsrisiko durch streunende oder infizierte Hunde. Für Reisende bleibt das Risiko bei Vermeidung von Tierkontakten gering, steigt jedoch bei Outdoor-Aktivitäten oder engem Tierkontakt. Für Deutschland besteht kein relevantes direktes Gesundheitsrisiko. Unternehmen mit Geschäftsreisen nach Thailand sollten das erhöhte Expositionsrisiko berücksichtigen und ihre Mitarbeitenden entsprechend informieren.
Empfehlungen
Reisende sollten den Kontakt zu Tieren konsequent vermeiden und nach jedem Tierbiss oder -kratzer die Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife reinigen sowie unverzüglich eine medizinische Einrichtung zur Risikoabschätzung und gegebenenfalls PEP aufsuchen. Bei längeren Aufenthalten, beruflichem Tierkontakt oder Reisen in ländliche Gebiete sollte eine präexpositionelle Tollwutimpfung geprüft werden.
Unternehmen sollten reisende Beschäftigte über das Tollwutrisiko und das richtige Verhalten bei Tierkontakten informieren, den Zugang zu einer schnellen medizinischen Versorgung einschließlich PEP sicherstellen sowie bei erhöhtem Expositionsrisiko die Indikation für eine vorbeugende Tollwutimpfung im Rahmen der reisemedizinischen Beratung prüfen.
Quelle der Meldung
Thai Times | Khaosod | WHO
Ähnliche Meldungen
KEIN Mumpsausbruch, Baku
In sozialen Medien kursierten Meldungen über einen angeblichen größeren Mumpsausbruch (epidemische Parotitis) in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Das Gesundheitsministerium…
Hantavirus-Infektion, Lwiw/ Ukraine
In der ukrainischen Oblast Lwiw wurde erstmals im Jahr 2026 ein laborbestätigter Fall eines Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS) durch ein Hantavirus gemeldet. Betroffen ist ein…
Malaria-Anstieg, Angola
Die Provinz Malanje in Angola verzeichnete im Zeitraum Januar bis Juni 2026 insgesamt 523.064 diagnostizierte Malariafälle sowie 418 Todesfälle. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres…
Chikungunya-Ausbruch, Französisch-Guayana
In Französisch-Guayana wurden bis zum 16.07.2026 insgesamt 1.157 laborbestätigte Chikungunya-Fälle registriert. Die höchsten wöchentlichen Fallzahlen wurden zwischen den epidemiologischen Wochen 18…



