Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet über die anhaltende Ebola-Epidemie durch das Bundibugyo-Virus (Bundibugyo virus disease, BVD) in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Die Übertragung dauert weiterhin an und hat sich auf zahlreiche Gesundheitszonen ausgeweitet. Bis zum 15. Juli 2026 wurden in der DR Kongo 2.124 laborbestätigte Erkrankungen und 828 Todesfälle registriert (Letalität ca. 39 %). Insgesamt wurden bislang 2.145 bestätigte Fälle gemeldet, davon 2.124 in der DR Kongo, 20 in Uganda und ein importierter Fall in Frankreich. Zwei infizierte US-Helfer wurden zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen.
Schwerpunkt der Epidemie ist die Provinz Ituri, auf die fast 90 % aller Erkrankungen entfallen. Betroffen sind inzwischen 46 Gesundheitszonen in fünf Provinzen, wobei in 38 Gesundheitszonen weiterhin aktive Übertragungen stattfinden. Erschwert wird die Eindämmung durch bewaffnete Konflikte, Vertreibung der Bevölkerung, eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und Sicherheitsprobleme für Einsatzkräfte. Besonders besorgniserregend ist die hohe Zahl infizierter Gesundheitsfachkräfte (119 Fälle).
In Uganda wurden seit dem 21. Juni 2026 keine neuen Fälle mehr festgestellt. Nach Entlassung des letzten Patienten am 16. Juli begann dort die vorgeschriebene 42-tägige Überwachungsphase bis zur möglichen Erklärung des Ausbruchsendes. In Deutschland wurde im Juli ein infizierter US-amerikanischer Helfer in ein Universitätsklinikum in Frankfurt am Main verlegt und befindet sich in stabilem Zustand. Eine Weiterübertragung wurde bislang nicht festgestellt.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung
Für die Bevölkerung der betroffenen Regionen besteht weiterhin ein **sehr hohes Gesundheitsrisiko**. Die Kombination aus bewaffnetem Konflikt, eingeschränkter Gesundheitsversorgung und hoher Bevölkerungsmobilität begünstigt die weitere Ausbreitung.
Reisende
Das Risiko für gewöhnliche Touristen bleibt außerhalb der Ausbruchsgebiete gering. Personen, die in die betroffenen Provinzen reisen oder dort humanitäre bzw. medizinische Tätigkeiten ausüben, tragen jedoch ein deutlich erhöhtes Expositionsrisiko.
Deutschland
Importierte Einzelfälle bei medizinisch evakuierten Helfern sind möglich. Dank spezialisierter Isolierstationen, etablierter Diagnostik und konsequenter Infektionsschutzmaßnahmen wird das Risiko einer Weiterverbreitung in Deutschland derzeit als sehr gering eingeschätzt.
Unternehmen mit Mitarbeitereinsätzen
Unternehmen, die Personal in die DR Kongo oder angrenzende Regionen entsenden, sollten die Lage kontinuierlich beobachten. Besonders Einsätze im Gesundheitswesen, Bergbau, humanitären Bereich oder in konfliktbetroffenen Regionen erfordern eine umfassende arbeitsmedizinische Vorbereitung und ein belastbares Notfallmanagement.
Empfehlungen
Für Reisende
- Nicht notwendige Reisen in aktive Ausbruchsgebiete unterlassen.
- Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen sowie zu Blut und anderen Körperflüssigkeiten strikt vermeiden.
- Konsequente Händehygiene durchführen.
- Bei Fieber oder anderen Krankheitssymptomen während oder nach der Reise sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und den Reiseaufenthalt angeben.
- Vor Reiseantritt reisemedizinisch beraten lassen.
Für Unternehmen
- Vor Entsendungen arbeits- und reisemedizinische Gefährdungsbeurteilung und Vorsorge sicherstellen.
- Mitarbeitende umfassend über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen schulen.
- Standardhygiene und geeignete persönliche Schutzausrüstung sicherstellen.
- Verfahren zur medizinischen Evakuierung sowie Notfall- und Kommunikationspläne vorhalten.
- Die epidemiologische Entwicklung fortlaufend überwachen und Reiseentscheidungen regelmäßig überprüfen.
Quelle der Meldung
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