Westaustralien (Western Australia, WA) meldete bis zum 20.07.2026 insgesamt 36 bestätigte Mpox-Fälle und überschritt damit bereits die Gesamtzahlen der Vorjahre (2025: 28 Fälle; 2024: 23 Fälle). Die meisten Infektionen wurden lokal übertragen. Betroffen sind überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben (GBMSM), jedoch wurden 2026 erstmals auch mehrere Fälle bei heterosexuellen Männern und Frauen registriert, was auf eine Ausweitung der Übertragungsnetzwerke hinweist. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Die Gesundheitsbehörden haben eine landesweite Informationskampagne gestartet und bieten kostenlosen Impfschutz für Risikogruppen an.
Erreger: Mpox-Virus (Monkeypox-Virus, Orthopoxvirus), Klade IIb.
Übertragung: Enger Haut- und Körperkontakt, insbesondere sexueller Kontakt, Kontakt mit kontaminierten Gegenständen (z. B. Bettwäsche, Handtücher) sowie längerer enger Gesichtskontakt.
Inkubationszeit: 5–21 Tage (meist 6–13 Tage).
Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit sowie charakteristische Haut- und Schleimhautläsionen.
Komplikationen: Sekundärinfektionen, starke Schmerzen, selten schwere Verläufe; die Fallsterblichkeit der zirkulierenden Klade IIb ist in nicht-endemischen Ländern sehr niedrig.
Therapie: Überwiegend symptomatische Behandlung; bei schweren Verläufen kann Tecovirimat eingesetzt werden.
Bewertung der Situation
Der kontinuierliche Anstieg der Fallzahlen über drei Jahre sowie das Auftreten von Infektionen außerhalb der bisherigen Hauptrisikogruppe sprechen für eine zunehmende Ausbreitung in der Bevölkerung. Für die lokale Bevölkerung besteht insbesondere bei engem körperlichem Kontakt ein erhöhtes Infektionsrisiko. Für Reisende ist das Risiko insgesamt gering, kann jedoch bei engem oder sexuellem Kontakt mit infizierten Personen steigen. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht, importierte Einzelfälle bleiben jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Insbesondere bei Zugehörigkeit zu Risikogruppen, Impfung erwägen. Enge Kontakte mit symptomatischen Personen vermeiden und bei Hautveränderungen oder Fieber während oder nach der Reise ärztliche Abklärung veranlassen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über Übertragungswege informieren, bei Dienstreisen nach Westaustralien reisemedizinisch beraten und Beschäftigte aus Risikogruppen auf bestehende Impfangebote hinweisen.
Quelle der Meldung
Department of Health Western Australia | The West Australian
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