Die Zentralafrikanische Republik erklärte am 26.06.2026 erstmals seit neun Jahren einen Cholera-Ausbruch. Bis zum 09.07.2026 wurden 436 Verdachtsfälle und 36 Todesfälle gemeldet. Besonders besorgniserregend ist, dass 27 der Todesfälle außerhalb von Gesundheitseinrichtungen auftraten. Betroffen sind die Gesundheitsdistrikte Bangui 2, Bimbo und Mbaïki, wobei Kinder unter zehn Jahren 44 % aller Erkrankten ausmachen. Die Übertragung hält an, zuletzt wurden zwischen dem 07. und 09.07.2026 weitere 17 Verdachtsfälle und zwei Todesfälle registriert.
Erreger: Vibrio cholerae.
Übertragung: Fäkal-orale Übertragung durch verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel; begünstigt durch unzureichende Wasser-, Sanitär- und Hygienebedingungen.
Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 5 Tage.
Symptome: Akuter wässriger Durchfall, Erbrechen, rascher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.
Komplikationen: Schwere Dehydratation, Kreislaufversagen, Schock und Tod innerhalb weniger Stunden ohne Behandlung.
Therapie: Sofortige Rehydratation mit oralen Rehydratationslösungen oder intravenösen Flüssigkeiten; bei schweren Verläufen zusätzlich Antibiotika.
Bewertung der Situation
Der erste Cholera-Ausbruch seit 2016/2017 zeigt eine rasche Ausbreitung und eine ungewöhnlich hohe Fallsterblichkeit. Die hohe Zahl an Todesfällen in der Bevölkerung weist auf erhebliche Defizite beim Zugang zur medizinischen Versorgung hin. Für die lokale Bevölkerung besteht insbesondere in den betroffenen Distrikten ein hohes Risiko. Reisende haben bei konsequenter Einhaltung von Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene ein geringes bis moderates Risiko. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht, importierte Einzelfälle sind jedoch grundsätzlich möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden in der Zentralafrikanischen Republik sollten die Lage eng beobachten.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Ausschließlich sicheres Trinkwasser verwenden, auf Eiswürfel verzichten, Speisen gut durchgaren und konsequente Händehygiene einhalten. Bei akutem Durchfall sofort mit einer Rehydratation beginnen und ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende vor der Reise reisemedizinisch beraten, eine ausreichende Versorgung mit Rehydratationslösungen sicherstellen, hohe Hygiene- und Trinkwasserstandards gewährleisten und Notfallpläne für die medizinische Versorgung erkrankter Beschäftigter etablieren.
Quelle der Meldung
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