In der Stadt Lincoln (Provinz Buenos Aires, Argentinien) wurden bis zum 22.07.2026 insgesamt 25 Erkrankungsfälle an Trichinellose registriert. Fünf Fälle wurden laborbestätigt, die übrigen stehen aufgrund gemeinsamer Exposition und typischer Symptome in epidemiologischem Zusammenhang. Alle Betroffenen hatten Schweinefleisch oder Wurstwaren aus derselben Metzgerei in der Avenida Maipú 598 konsumiert. Die Metzgerei wurde bereits am 13.07.2026 geschlossen, nachdem in Proben Larven von Trichinella spiralis nachgewiesen wurden. Rund 80 kg kontaminierte Schweinefleisch- und Wurstprodukte wurden beschlagnahmt. Der Herkunftsbetrieb der Schweine ist bislang nicht identifiziert. Provinzweit wurden seit Beginn der Wintersaison bereits 124 bestätigte Fälle registriert – mehr als dreimal so viele wie im Vergleichszeitraum 2025.
Erreger: Trichinella spiralis (parasitischer Fadenwurm).
Übertragung: Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Schweinefleisch oder daraus hergestellten Produkten mit infektiösen Larven.
Inkubationszeit: Meist 7–14 Tage (Spanne: 2 Tage bis mehrere Wochen).
Symptome: Zunächst Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen; anschließend Fieber, starke Muskelschmerzen, Gesichts- und Lidödeme sowie allgemeine Schwäche.
Komplikationen: Herzmuskelentzündung, neurologische Komplikationen und in schweren Fällen Organversagen; die Sterblichkeit ist bei frühzeitiger Behandlung gering.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit Anthelminthika (z. B. Albendazol), bei schweren Verläufen zusätzlich Kortikosteroide.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch ist auf eine gemeinsame Lebensmittelquelle zurückzuführen. Da der Herkunftsbetrieb der kontaminierten Schweine bislang unbekannt ist, besteht das Risiko, dass weitere belastete Produkte im Umlauf sind. Für die Bevölkerung in der Region ist das Risiko durch nicht kontrollierte Schweinefleischprodukte erhöht. Für Reisende besteht ein geringes Risiko, sofern ausschließlich Fleisch aus kontrollierten Quellen verzehrt wird. Eine Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht; importierte Einzelfälle nach Reisen sind jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Nur Fleisch und Wurstwaren aus kontrollierten Betrieben konsumieren. Rohes oder unzureichend erhitztes Schweinefleisch sowie hausgemachte Wurstwaren unbekannter Herkunft meiden. Bei Beschwerden nach dem Verzehr frühzeitig ärztliche Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende bei Dienstreisen nach Argentinien über Lebensmittelsicherheit informieren und den Verzehr nicht kontrollierter Fleischprodukte vermeiden. Bei Erkrankungen nach der Rückkehr sollte eine rasche medizinische Abklärung erfolgen.
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