Im indischen Bundesstaat Gujarat wurden seit Anfang Juli 2026 insgesamt 184 Verdachtsfälle eines akuten Enzephalitis-Syndroms (AES) registriert. Bei 35 Kindern wurde das Chandipura-Virus (CHPV) bestätigt, 22 Kinder starben. Sieben bestätigte Patienten werden noch behandelt, sechs wurden entlassen. Die Fälle treten in mehreren Distrikten auf.
Erreger: Das Chandipura-Virus gehört zur Familie der Rhabdoviridae und verursacht insbesondere bei Kindern eine schwere akute Enzephalitis.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt vor allem durch Sandmücken (Phlebotomus papatasi). Die Übertragung wird durch die Bedingungen während der Monsunzeit sowie das Leben in ländlichen Gebieten und Lehmhäusern begünstigt.
Symptome: Typisch sind ein plötzliches Auftreten von Fieber, Bewusstseinsstörungen und neurologischen Symptomen, die rasch zu einer schweren Enzephalitis fortschreiten können.
Komplikationen: Mögliche Folgen sind schwere Hirnentzündung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und Atemversagen. Die aktuelle Fallsterblichkeit der bestätigten Fälle liegt bei rund 63 %.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie oder zugelassene Impfung existiert derzeit nicht. Die Behandlung erfolgt unterstützend, insbesondere durch intensivmedizinische Versorgung und gegebenenfalls Beatmung.
Bewertung der Situation
Für Reisende nach Gujarat besteht insbesondere während der Monsunzeit ein erhöhtes Risiko bei Aufenthalten in ländlichen Regionen. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Reisen über konsequenten Mückenschutz informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Reisende sollten Repellents, langärmlige Kleidung und möglichst mückensichere Unterkünfte nutzen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten vor Entsendungen über das aktuelle Infektionsrisiko informieren und geeignete persönliche Schutzmaßnahmen bereitstellen.
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