In Kalifornien wurden bis zum 18. September 2026 insgesamt 147 humane West-Nil-Virus(WNV)-Fälle in 21 Counties registriert. 120 Erkrankte (82 %) entwickelten eine neuroinvasive Erkrankung, zehn Menschen starben. Besonders betroffen ist Los Angeles County mit 100 Fällen und fünf Todesfällen. Gleichzeitig wurden 623 infizierte tote Vögel und 3.544 positive Mückenproben nachgewiesen. Damit erreicht die WNV-Aktivität in Kalifornien den höchsten Stand seit fünf Jahren.
Erreger: Das West-Nil-Virus gehört zur Familie der Flaviviridae und wird durch Stechmücken übertragen. Es kann beim Menschen insbesondere eine neuroinvasive Erkrankung verursachen.
Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter Stechmücken, die sich vor allem bei Vögeln mit dem Virus infizieren. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.
Symptome: Häufig verläuft die Infektion ohne Beschwerden. Möglich sind jedoch Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Übelkeit. Bei schweren Verläufen können neurologische Symptome auftreten.
Komplikationen: Möglich sind Meningitis, Enzephalitis, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und Atemversagen. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie oder zugelassene Impfung für Menschen existiert nicht. Die Behandlung erfolgt unterstützend, bei schweren Verläufen gegebenenfalls intensivmedizinisch.
Bewertung der Situation
Für Reisende nach Kalifornien besteht während der aktuellen Mückensaison ein erhöhtes Risiko, insbesondere in Regionen mit nachgewiesener WNV-Aktivität. Die hohe Zahl positiver Mückenproben und infizierter Vögel zeigt eine weit verbreitete Viruszirkulation. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung durch die aktuellen Fälle. Unternehmen sollten Mitarbeiter vor Reisen über konsequenten Mückenschutz informieren. Zu beachten: Blutspenden sollen nach einer Reise in die USA mindestens für 3 Monate ausgesetzt werden!
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Reisende sollten insbesondere in der Dämmerung und nachts Repellents verwenden, langärmlige Kleidung tragen und möglichst mückengeschützte Unterkünfte nutzen. Zudem sollten Wasseransammlungen in der unmittelbaren Umgebung vermieden werden.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Unternehmen sollten vor Entsendungen über das aktuelle Infektionsrisiko informieren und geeignete persönliche Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche bereitstellen.
Quelle der Meldung
California Department of Public Health | Los Angeles County Department of Public Health | MyNewsLA | ABC News
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