Der Dengue-Ausbruch in Bangladesch hält mit hoher Krankheitslast an. Nach Angaben der Generaldirektion für Gesundheitsdienste (DGHS) wurden seit dem 1. Januar 2026 bis zum 23. Oktober insgesamt 119.801 Krankenhausaufnahmen und 371 Todesfälle registriert. Allein am letzten Meldetag kamen 1.299 neue stationäre Aufnahmen und drei Todesfälle hinzu. Insgesamt waren 6.023 Patienten weiterhin hospitalisiert; 113.407 Erkrankte waren bereits genesen und entlassen worden.
Neuaufnahmen wurden aus allen acht Verwaltungsdivisionen gemeldet. Die meisten entfielen am Meldetag auf die Division Dhaka (521), gefolgt von Chattogram (219), Barishal (159) und Khulna (147). Im Oktober wurden bis zum 23. bereits 40.181 Krankenhausaufnahmen und 126 Todesfälle verzeichnet. Damit nähert sich die Zahl der Aufnahmen dem Septemberwert von 43.774 Fällen.
Dengue wird durch das Dengue-Virus (DENV), ein RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren, verursacht. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch tagaktive Aedes-Mücken, insbesondere Aedes aegypti. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, Übelkeit und Hautausschlag.
Schwere Verläufe können zu Blutungen, erhöhter Gefäßdurchlässigkeit, Kreislaufschock und Organversagen führen. Warnzeichen wie starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Blutungen oder ausgeprägte Schwäche erfordern eine sofortige medizinische Abklärung. Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch; schwere Fälle benötigen engmaschige Überwachung und gegebenenfalls intensivmedizinische Versorgung. Frühzeitige Erkennung und angemessene Behandlung senken das Sterberisiko.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung: Die hohe Zahl stationärer Behandlungen und Todesfälle belastet das Gesundheitssystem landesweit. Die Verteilung der Neuaufnahmen über alle acht Divisionen weist auf einen flächendeckenden Versorgungsbedarf hin. Da die Daten überwiegend Krankenhausfälle erfassen, dürfte die tatsächliche Zahl der Infektionen höher liegen.
Reisende: Es besteht ein relevantes Infektionsrisiko in städtischen und ländlichen Gebieten. Auch Reisende in touristischen Unterkünften sind durch tagaktive Mücken gefährdet. Eine verlässliche Entwarnung ist angesichts der anhaltenden Krankenhausaufnahmen nicht möglich.
Deutschland: Importierte Dengue-Erkrankungen bei Rückkehrenden sind möglich. Eine anhaltende Übertragungskette ist in Deutschland aufgrund der begrenzten Verbreitung geeigneter Vektoren derzeit nicht zu erwarten; lokale Übertragungen durch invasive Aedes-Mücken sind grundsätzlich möglich.
Unternehmen: Entsendende Unternehmen müssen mit krankheitsbedingten Ausfällen und erhöhtem medizinischem Unterstützungsbedarf rechnen. Bei schweren Verläufen können stationäre Behandlungen und gegebenenfalls medizinische Evakuierungen erforderlich werden.
Empfehlungen
Für Reisende
- Reisemedizinische Beratung und Impfung gegen Dengue.
- Konsequenter Mückenschutz.
- Stehendes Wasser in der Umgebung der Unterkunft vermeiden beziehungsweise beseitigen.
- Bei Fieber während oder nach der Reise zeitnah ärztliche Hilfe suchen und auf den Aufenthalt in Bangladesch hinweisen.
Für Unternehmen
- Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, Impfung gegen Dengue ermöglichen
- Reise- und Einsatzrisiken regelmäßig anhand aktueller epidemiologischer Daten bewerten.
- Mückenschutz, geeignete Unterkünfte und Maßnahmen zur Beseitigung von Brutstätten sicherstellen.
- Beschäftigte über Symptome und Warnzeichen sowie das Vorgehen bei Erkrankungen informieren.
- Medizinische Anlaufstellen, Notfallkontakte und gegebenenfalls Evakuierungsoptionen vorab festlegen.
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