Zwei zunächst als Ebola-Verdachtsfälle eingestufte Personen in Yola im Bundesstaat Adamawa im Nordosten Nigerias wurden nach zwei Laboruntersuchungen im Nationalen Referenzlabor negativ auf Ebola getestet. Dies teilte das nigerianische Zentrum für Krankheitskontrolle (NCDC) am 31. Oktober 2026 mit.
Bei den Betroffenen handelte es sich Medienberichten zufolge um einen 34-jährigen Piloten und seine Ehefrau, eine Ärztin. Der Pilot entwickelte erstmals am 13. Oktober Fieber und wurde zunächst wegen eines Verdachts auf Malaria behandelt. Nach einer privaten Reise nach Kenia (14.–25. Oktober) traten erneut Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Husten sowie Zahnfleisch- und Nasenbluten auf. Seine Ehefrau entwickelte nach der Pflege ihres Mannes ähnliche Symptome.
Beide wurden am 29. Oktober in das Isolationszentrum des Modibbo Adama University Teaching Hospital in Yola aufgenommen. Insgesamt wurden etwa 18 Kontaktpersonen identifiziert und nachverfolgt. Die endgültige alternative Diagnose ist bislang nicht bekannt.
Unabhängig von den negativen Befunden in Yola besteht in Nigeria weiterhin ein bestätigter importierter Ebola-Fall: Eine aus Uganda über Äthiopien eingereiste Frau wurde am 20. Oktober positiv auf die Bundibugyo-Viruskrankheit getestet und am 26. Oktober zur medizinischen Behandlung in die Schweiz ausgeflogen. Ihre 62 Kontaktpersonen werden überwacht.
Bewertung der Situation
Einheimische Bevölkerung: Die negativen Laborbefunde schließen eine Ebola-Infektion bei den beiden Verdachtsfällen aus und reduzieren die unmittelbare Besorgnis über eine mögliche Übertragungskette in Adamawa. Die rasche Isolation, Labordiagnostik und Kontaktverfolgung zeigen eine funktionierende Ausbruchsreaktion. Die Überwachung der 62 Kontaktpersonen des bestätigten importierten Falls bleibt jedoch entscheidend.
Reisende: Für Reisende nach Nigeria besteht derzeit kein Hinweis auf eine allgemeine Ebola-Übertragung in der Bevölkerung. Das Risiko ist insgesamt gering, aber angesichts des bestätigten importierten Falls nicht vollständig auszuschließen. Die erhöhte Aufmerksamkeit der Gesundheitsbehörden kann zu zusätzlichen Kontrollen führen.
Deutschland: Eine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung besteht nicht. Importierte Einzelfälle sind grundsätzlich möglich. Bei entsprechenden Symptomen und relevanter Reise- oder Expositionsanamnese ist eine umgehende infektiologische Abklärung erforderlich.
Unternehmen: Unternehmen mit Beschäftigten in Nigeria sollten die weitere Entwicklung beobachten. Insbesondere bei Reisen in den Nordosten und bei beruflichen Kontakten zu medizinischen Einrichtungen sind Expositionsrisiken zu berücksichtigen.
Empfehlungen
Für Reisende
- Reisemedizinische Beratung vor der Reise in Anspruch nehmen.
- Händehygiene konsequent einhalten und Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten vermeiden.
- Kontakt zu erkrankten Personen sowie zu Wildtieren und deren Kadavern vermeiden.
- Gesundheitliche Beschwerden während oder bis zu 21 Tage nach möglicher Exposition unverzüglich medizinisch abklären lassen.
- Bei begründetem Ebola-Verdacht vor einem Arztbesuch telefonisch Kontakt mit den Gesundheitsbehörden aufnehmen.
Für Unternehmen
- Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen
- Reise- und Expositionsrisiken regelmäßig anhand der aktuellen NCDC- und WHO-Lageberichte bewerten.
- Mitarbeiter über Übertragungswege, Symptome und Verhaltensmaßnahmen informieren.
- Medizinische Anlaufstellen und Notfallkontakte vor Entsendung festlegen.
- Bei Verdachtsfällen unverzüglich Isolation, medizinische Abklärung und gegebenenfalls Kontaktverfolgung veranlassen.
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