In Chile wurde die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) H5N1 in weiteren Regionen nachgewiesen und hat sich damit auf insgesamt acht Regionen ausgeweitet. Am 10.04.2026 wurde das Virus in Schwarzhalsschwänen im Cudico-Fluss nahe dem Carlos-Anwandter-Naturschutzgebiet in der Region Los Ríos bestätigt. Ebenfalls wurde ein infizierter Wildvogel (Gans) im Botanischen Garten von Viña del Mar in der Region Valparaíso festgestellt, woraufhin der betroffene Bereich für zwei Wochen geschlossen wurde. Landesweit wurden bislang 25 Ausbrüche registriert, davon 18 in Hobbyhaltungen, fünf bei Wildvögeln und zwei in kommerziellen Betrieben, mit insgesamt über 700 000 betroffenen Tieren.
Erreger: Influenzavirus A (H5N1, hochpathogen, viral)
Übertragung: Kontakt mit infizierten Vögeln, deren Ausscheidungen oder kontaminierten Materialien; indirekte Übertragung über Umwelt (z. B. Wasser)
Inkubationszeit: 1–7 Tage
Symptome: Bei Vögeln plötzliche Todesfälle, Atemwegssymptome, neurologische Störungen; beim Menschen grippeähnliche Symptome, selten schwere Verläufe
Komplikationen: Hohe Tierverluste, wirtschaftliche Schäden; beim Menschen selten schwere Atemwegserkrankungen
Therapie: Keine spezifische Therapie bei Tieren; Bekämpfung durch Keulung und Biosicherheitsmaßnahmen; beim Menschen antivirale Therapie möglich
Bewertung der Situation
Die Ausbreitung des Virus auf acht Regionen zeigt eine fortschreitende geografische Verbreitung, insbesondere entlang von Vogelzugrouten und Feuchtgebieten. Wildvögel spielen eine zentrale Rolle bei der Viruszirkulation und stellen ein kontinuierliches Risiko für Hausgeflügel dar. Besonders anfällig sind kleine Geflügelhaltungen mit geringeren Biosicherheitsstandards. Der Nachweis in einem urbanen Umfeld (Botanischer Garten) verdeutlicht zudem die Schnittstelle zwischen Wildtieren und menschlicher Bevölkerung. Das Risiko für den Menschen bleibt derzeit gering, jedoch besteht ein erhöhtes Expositionsrisiko bei engem Kontakt mit infizierten Tieren.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt mit Wildvögeln und Geflügel vermeiden, insbesondere in betroffenen Regionen und Feuchtgebieten; keine toten oder kranken Tiere berühren; Hygienemaßnahmen einhalten.
Unternehmen: Strikte Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben umsetzen, Zugang zu Tierhaltungen kontrollieren, Kontakt zwischen Wild- und Nutzvögeln minimieren, Mitarbeitende im Umgang mit potenziell infizierten Tieren schulen. Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
Quelle der Meldung
Chilenischer Landwirtschafts- und Viehzuchtdienst (SAG) / CNN Chile
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