In Madagaskar wurden seit Beginn des Mpox-Ausbruchs im Dezember 2025 insgesamt 898 Fälle und drei Todesfälle bestätigt. Der jüngste Todesfall betraf einen immungeschwächten 36-jährigen Mann in der Region Mahajanga. Die Region bleibt das Zentrum des Ausbruchs, mit anhaltender Transmission und zuletzt 18 neu bestätigten Fällen an einem Tag bei hoher Positivrate. Insgesamt gelten 708 Personen als genesen. Die Regierung hat Maßnahmen wie Maskenpflicht in touristischen Einrichtungen und Gesundheitskontrollen an Flughäfen eingeführt. Zudem wurde erstmals ein Fall im Ausland (Mayotte) mit Bezug zu Madagaskar registriert.
Erreger: Mpox-Virus (Monkeypox-Virus, Clade Ib, viral)
Übertragung: Enger körperlicher Kontakt, Kontakt mit Hautläsionen/Körperflüssigkeiten, kontaminierte Materialien, Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit: 5–21 Tage
Symptome: Fieber, Lymphknotenschwellung, Hautausschlag mit Pusteln, Kopf- und Muskelschmerzen
Komplikationen: Schwere Verläufe bei Risikogruppen, bakterielle Superinfektionen, selten tödlich
Therapie: Symptomatische Behandlung, ggf. antivirale Therapie bei schweren Verläufen
Bewertung der Situation
Die anhaltend hohe Positivrate und die kontinuierliche Fallzahl weisen auf eine aktive und noch nicht kontrollierte Übertragung hin. Die geografische Konzentration in Mahajanga erleichtert gezielte Maßnahmen, gleichzeitig zeigt der exportierte Fall nach Mayotte ein bestehendes internationales Ausbreitungsrisiko. Die insgesamt niedrige Letalität spricht für überwiegend milde Verläufe, jedoch verdeutlichen schwere Fälle bei immungeschwächten Personen die klinische Relevanz. Insgesamt besteht ein moderates regionales Risiko mit begrenzter, aber vorhandener internationaler Bedeutung.
Empfehlungen
Reisende: Enge körperliche Kontakte vermeiden, auf Hygienemaßnahmen achten, Hautveränderungen beobachten und bei Symptomen medizinische Abklärung suchen; Impfung für Risikogruppen erwägen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Aufklärung von Mitarbeitenden bei Reisen in betroffene Regionen, Implementierung von Hygienekonzepten, Risikobewertung für Dienstreisen sowie Schutzmaßnahmen für exponierte Mitarbeitende.
Quelle der Meldung
Ähnliche Meldungen
Gesundheitsrisikobericht 2025 – Global Health Risk Map 2026
Globale Dynamiken, regionale Risiken und strategische Konsequenzen Executive Summary Die weltweite Gesundheitsrisikolage befindet sich in einer Phase grundlegender Umbrüche. Nach dem Abklingen der…
Wichtig12. Januar 2026Allgemeine Meldungen,Aktuelles aus der PraxisGlobal Health Risk Map 2026,Travel Risk Management,Auslandsentsendung,Reisemedizin
Masern, Kanada
In der Provinz Manitoba in Kanada setzt sich der Masernausbruch weiter fort. Zwischen dem 26. April und 02. Mai 2026 wurden 30 bestätigte und ein wahrscheinlicher Fall gemeldet. Damit stieg die…
A(H5N1) Infektion, USA
In Los Angeles County, Kalifornien, wurde erstmals eine Übertragung des hochpathogenen aviären Influenza-Virus A(H5N1) von einer Hauskatze auf einen Menschen serologisch bestätigt. Betroffen war eine…
Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff – Update
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde über einen Cluster von schweren akuten Atemwegserkrankungen an Bord des unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffes MV Hondius informiert.…
8. Mai 2026Hanta,Aktuelle Epi-LageReisemedizin Augsburg Ingolstadt München
Gastroenteritis-Ausbruch an Schule in Irbid, Jordanien
An der Yarmouk University Model School in Irbid, Jordanien, kam es Anfang Mai 2026 zu einem vermuteten lebensmittelbedingten Gastroenteritis-Ausbruch unter Schülerinnen und Schülern. Nach Angaben des…
9. Mai 2026Aktuelle Epi-LageReisemedizinische Beratung,arbeitsmedizinische Vorsorge,Travel Risk Management




