Ende Mai 2026 wurden auf dem Pacific Crest Trail (PCT) nahe Wrightwood im San Bernardino County, Kalifornien, mindestens zwei Dutzend Fälle von akuten Magen-Darm-Erkrankungen unter Wanderern gemeldet. Bei 7–12 Betroffenen wurde Norovirus labordiagnostisch bestätigt. Die ersten Erkrankungen traten bereits Anfang Mai auf.
Ein 73-jähriger Wanderer musste aufgrund schwerer Dehydrierung per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Lancaster transportiert werden, wo eine Norovirus-Infektion bestätigt wurde.
Als mögliche Infektionsquelle wird ein gemeinsam genutzter offener Wasservorrat („water cache“) entlang der Wanderroute untersucht. Freiwillige ersetzten diesen inzwischen durch versiegelte Wasserflaschen. Zudem wurden Unterkünfte in Wrightwood, die häufig von PCT-Wanderern genutzt werden, vorübergehend geschlossen.
Die genaue Anzahl der Erkrankten und die definitive Infektionsquelle sind derzeit noch unklar. Gesundheitsbehörden und die Pacific Crest Trail Association (PCTA) untersuchen den Ausbruch gemeinsam.
Erreger: Norovirus.
Übertragung: Hochansteckend durch Schmierinfektion, kontaminierte Oberflächen, Lebensmittel oder Wasser sowie direkten Personenkontakt.
Inkubationszeit: Meist 12–48 Stunden.
Symptome beim Menschen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Schwäche und Flüssigkeitsverlust.
Komplikationen: Dehydrierung, insbesondere bei älteren Menschen oder bei körperlicher Belastung in abgelegenen Regionen.
Therapie: Symptomatische Behandlung mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich; keine spezifische antivirale Therapie verfügbar.
Bewertung der Situation
Die Bedingungen entlang des Pacific Crest Trail begünstigen die Ausbreitung von Noroviren erheblich. Gemeinschaftlich genutzte Wasserquellen, eingeschränkte Sanitärversorgung sowie enger Kontakt unter Wandernden erleichtern die Übertragung.
Die mögliche Beteiligung eines kontaminierten Wasservorrats ist epidemiologisch bedeutsam, da Noroviren in Wasser über längere Zeit infektiös bleiben können. Gleichzeitig ist auch eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung wahrscheinlich, da betroffene Wanderer sich entlang des Trails weiterbewegen.
Besonders gefährdet sind ältere Personen sowie Wanderer mit Vorerkrankungen oder eingeschränkter Flüssigkeitsaufnahme. Die Kombination aus intensiver körperlicher Belastung, abgelegenen Gebieten und schneller Dehydrierung kann schwere Krankheitsverläufe begünstigen.
Für Reisende und Wandernde auf dem PCT besteht derzeit ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Infektionen, insbesondere im Bereich Wrightwood. Händedesinfektionsmittel allein gelten gegen Noroviren als nur eingeschränkt wirksam; gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife bleibt die wichtigste Präventionsmaßnahme.
Empfehlungen
Reisende: Auf sorgfältige Handhygiene achten, nur sichere Wasserquellen nutzen und bei Symptomen körperliche Belastung vermeiden sowie ausreichend Flüssigkeit zuführen. reisemedizinische Beratung einholen.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende vor Outdoor- oder Trekkingaktivitäten in betroffenen Regionen über Hygienemaßnahmen informieren, ausreichende Trinkwasserversorgung sicherstellen und Notfallpläne für medizinische Evakuierungen prüfen. arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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