Die Gesundheitsbehörden der Republik Moldau haben seit Jahresbeginn 2026 insgesamt zwölf humane Fälle von Q-Fieber bestätigt. Es handelt sich um die ersten registrierten Erkrankungen seit 2017. Die jüngsten vier Fälle wurden zwischen dem 14. und 18. Mai 2026 in der Hauptstadt Chișinău sowie in den Bezirken Criuleni, Călărași und Căușeni nachgewiesen.
Die Betroffenen sind zwischen 24 und 57 Jahre alt; zudem wurde mindestens ein Fall bei einem Kind gemeldet. Alle Patienten entwickelten eine mittelschwere Erkrankung mit Fieber, Schüttelfrost, allgemeiner Schwäche und respiratorischen Beschwerden. Schwere Verläufe oder Todesfälle wurden bislang nicht berichtet.
Erreger: Coxiella burnetii (intrazelluläres Bakterium).
Übertragung: Vor allem durch Einatmen kontaminierter Aerosole aus Stallstaub, Tiergeburtsmaterial, Wolle oder Mist von infizierten Schafen, Ziegen und Rindern. Eine Ansteckung über nicht pasteurisierte Milchprodukte ist ebenfalls möglich. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind äußerst selten.
Inkubationszeit: Meist 2–3 Wochen (Spanne etwa 2–6 Wochen).
Symptome: Akut auftretendes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit sowie häufig atypische Pneumonien oder Leberentzündungen.
Therapie: Antibiotische Behandlung, in der Regel mit Doxycyclin. Chronische Verläufe (z. B. Endokarditis) sind selten, können jedoch insbesondere bei Personen mit Herzklappenerkrankungen oder Immunsuppression auftreten.
Bewertung der Situation
Die geografische Verteilung der Fälle über mehrere Regionen ohne erkennbare epidemiologische Verbindung spricht gegen einen einzelnen Ausbruchsort und eher für mehrere unabhängige Expositionen. Dies deutet auf eine Zirkulation des Erregers in Tierbeständen oder auf Umweltkontaminationen hin.
Da in Moldau zwischen 2018 und 2025 keine Fälle gemeldet wurden, stellt die aktuelle Häufung eine deutliche Abweichung vom bisherigen epidemiologischen Bild dar. Ob es sich um eine tatsächliche Wiederzunahme der Erkrankung oder um eine verbesserte Diagnostik und Überwachung handelt, ist derzeit unklar.
Die moldauischen Behörden haben die Überwachung intensiviert und veterinärmedizinische Kontrollmaßnahmen eingeleitet.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen.Für Touristen besteht derzeit kein erhöhtes allgemeines Risiko. Bei Aufenthalten in ländlichen Regionen sollten Kontakte zu Nutztieren, insbesondere während der Lamm- und Kälbezeit, möglichst vermieden werden. Milch und Milchprodukte sollten ausschließlich pasteurisiert konsumiert werden.
Unternehmen mit Entsendungen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit beruflichen Tätigkeiten in der Landwirtschaft, Tierhaltung, Lebensmittelproduktion oder Veterinärmedizin sollten über das Risiko von Q-Fieber informiert werden. Bei Tierkontakt sind geeignete Hygienemaßnahmen und gegebenenfalls persönliche Schutzausrüstung zu empfehlen. Der Verzehr von Rohmilchprodukten sollte vermieden werden.
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